25.12.2009 0
Immobilien: Neubauförderung in Frankreich hilft dem Immobilienmarkt
Mit dem Scellier-Gesetz raus aus dem Keller
Cellier ist das französische Wort für Keller, und ganz tief unten steckt der Immobilienmarkt nicht nur in Südfrankreich. François Scellier, dessen Name genauso ausgesprochen wird, hat ein Konzept gebastelt, das Leuten, die in Neubauten investieren wollen, sofort wirksame Vorteile verschafft. Im Gegensatz zu den bisherigen Förderprogrammen geht es im Scellier-Gesetz darum, dass ein vorher feststehender Betrag direkt von der Einkommensteuer abgezogen wird.
Deutschland kennt ein ähnliches Modell mit dem Arbeitslohn für Handwerker. Auch hier geht es nicht über den Umweg, das zu versteuernde Einkommen zu mindern und dann irgendwann einmal vom Fiskus zu erfahren, wie groß die Ersparnis tatsächlich ist. Wenn Sie 2008 Ihre Wohnung in München oder Buxtehude streichen ließen und dafür 2 000 Euro Arbeitslohn an den Maler gezahlt haben, bekommen Sie in Ihrer Steuererklärung von 2009 vom deutschen Finanzamt 20 Prozent, folglich 400 Euro, zurück. Beim Preis für die Farbe, also dem Material, gibt es aber keinen Abschlag.
Das Ende 2008 verabschiedete Scellier-Förderprogramm in Frankreich hat ähnlich klare Regeln. Ein Beispiel: Sie kaufen eine kleine Neubauwohnung für 108 000 Euro und wissen sofort, dass Sie 25 Prozent der Kaufsumme in den nächsten neun Jahren von Ihrer Einkommensteuer abziehen dürfen. Ein Viertel von 108 000 Euro sind nach Adam Riese 27 000 Euro, das macht 3 000 Euro pro Jahr, die Sie sparen. Interessant ist die Förderung also in unserem Beispiel für Leute, die mindestens 3 000 Euro Steuern im Jahr zahlen.
Grundsätzlich ist eine Förderung ab 2 000 Euro Steuern im Jahr möglich. Damit ist auch klar, dass nur Menschen, die in Frankreich steuerpflichtig sind, von dem Scellier-Gesetz profitieren. Die Sache hat natürlich noch einen weiteren Haken: Gefördert werden nur Wohnungen bis zu einem Maximalpreis von 300 000 Euro, die vermietet werden, und zwar zu einem Preis, der bei höchstens 90 Prozent des Marktpreises liegt.
Doch keine Bange um die Rentabilität: An der Côte d’Azur sieht der Mietspiegel in Küstennähe satte 21,65 Euro pro Quadratmeter vor. Die Wohnung kann sogar an Angehörige vergeben werden, die aber nicht zum Steuer-Haushalt zählen dürfen.
Unsere Modellwohnung für 108 000 Euro hätte also nach neun Jahren nur noch 81 000 Euro gekostet, und in der Zeit dürfen selbst die Kreditzinsen abgesetzt werden.
Es gibt noch ein zweites neues Gesetz, loi Scellier social genannt. Wenn Sie die Modell-Mietwohnung nach neun Jahren noch einmal sechs Jahre lang zu bestimmten Konditionen und auf keinen Fall an Angehörige vermieten, dürfen Sie noch einmal zwei Prozent des Kaufpreises, also 2 160 Euro pro Jahr, von Ihrer Steuer abziehen. Macht nach 15 Jahren 39 960 Euro Rückzahlung, die Wohnung kostet Sie also noch 68 040 Euro. Wie immer vorausgesetzt, Sie hätten in diesen 15 Jahren tatsächlich mindestens 39 960 Euro Steuern in Frankreich gezahlt.
Und dafür lohnt es sich, beim neuen Wunschappartement gleich in einen ordentlichen Kellerraum zu investieren. Denn nach Ablauf der Förderungsfrist dürfen Sie mit Ihrer Wohnung machen, was Sie wollen.
PEB
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