06.02.2010 0

Kino: Film "Moolaadée" zum Welttag gegen Beschneidung bei Frauen

Auch Nizza sagt Nein zur Genitalverstümmelung!

Am heutigen "Welttag gegen weibliche Genitalverstümmelung" soll für ein Thema sensibilisiert werden, das in Afrika jede dritte Frau betrifft. In Nizza wird aus diesem Anlass heute Abend der preisgekrönte Film "Moolaadée" gezeigt, in dem es um die Beschneidung junger Mädchen gegen deren Willen geht.

Filmplakat Moolaadé
Der preisgekrönte Film "Moolaadé" wird heute Abend in Nizza gezeigt

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO gibt es weltweit 130 Millionen beschnittene Mädchen und Frauen, jährlich kommen drei Millionen neue hinzu. In 28 afrikanischen Ländern wird die teilweise oder komplette Beschneidung der weiblichen Genitalien praktiziert, in der Regel bei Mädchen zwischen vier und 14 Jahren, ohne Betäubung. Auch in Frankreich leben geschätzt 55.000 beschnittene Frauen.

Die Eingriffe werden ohne medizinische Gründe ausgeübt, sind meist mit starken Schmerzen verbunden und können schwere körperliche und psychische Schäden verursachen. Aufgrund dieser weitreichenden Folgen für Leib und Leben der betroffenen Mädchen und Frauen steht die Praxis seit längerem weltweit in der Kritik von Menschen- und Frauenrechtsorganisationen. Zahlreiche staatliche Organisationen wie die Vereinten Nationen, UNICEF, UNIFEM und die Weltgesundheitsorganisation WHO sowie nichtstaatliche Organisationen wie Amnesty International wenden sich gegen die Beschneidung und stufen sie als Verletzung des Menschenrechtes auf körperliche Unversehrtheit ein.

In Nizza lädt die Organisation Génération Femmes d'Afrique et d'Ailleurs (GFAA), die gegen die weibliche Genitalverstümmelung kämpft, zum besseren Verständnis der Problematik zum Kino-Abend ein: Der senegalesisch-französische Film "Moolaadée" schildert die Verzweiflung junger Mädchen, die zwischen Tradition und Auflehnung stehen. Das Werk von Ousmane Sembene wurde 2004 beim Filmfestival in Cannes mit dem Hauptpreis in der Reihe "Un certain Regard" ausgezeichnet. Ehrengast der Vorstellung ist Maty Diouf, als Stadträtin in Nizza zuständig für Integration und den Kampf gegen Diskriminierung.

Der Film wird heute Abend, 6. Februar, um 18 Uhr im Parc Phoenix (Salle Linné), Promenade des Anglais, Nizza, gezeigt. Der Eintritt ist frei. Nach der Vorführung und einer Diskussion mit Maty Diouf steht ein Buffet mit internationalen Speisen für die Besucher bereit.

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