26.12.2009 0

Veranstaltungen: Jean Puy: Bilder einer großen Liebe

Ein Wilder in der Annonciade

Ein Bild muss die tiefsten, behütesten Emotionen preisgeben. Dieses Motto lebte der aus dem französi-schen Roanne stammende Künstler Jean Puy in seinen Werken aus: Anstatt realistischer Farben ließ er seine Phantasie spielen und drückte so seine Gefühle aus, hauchte dem Raum Leben ein.

Gemälde Jean Puys
Jean Puy: Le Marché de Sanary, 1925, Foto: ADAGP, 2009

Die Gestalt eines Objektes einzufangen, sah er nicht als die wahre Kunst. Diese Ansichten vertrat Jean Puy ein Leben lang, wobei er durch einige Wegbegleiter wie Henri Matisse geprägt wurde. Dieser überzeugte den 23-Jährigen, sich ganz dem Fauvismus zu widmen.

Eine «Liebesgeschichte» zwischen Puy und der Avantgarde-Bewegung des 20. Jahrhunderts begann. Sie war jedoch nicht ohne Risiko, da Fauvisten zur damaligen Zeit (der Maler lebte von 1876 bis 1960) keinen guten Ruf genossen.

Ihre Bilder wurden als primitiv betitelt und der französi-sche Kritiker Louis Vauxcelles ging sogar so weit, die Künstler als wilde Tiere zu bezeichnen. Doch das alles konnte Jean Puy nicht abschrecken, im Gegenteil! Beflügelt durch seine Ideale, malte er von 1906 bis 1920 die Côte d’Azur mit einer Leichtigkeit, die ihresgleichen sucht.

Die Früchte seiner großen Liebe sind noch bis zum 15. März im Museum Annonciade in Saint-Tropez zu sehen.

Info: 04 94 17 84 10

R.H.

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