07.02.2010 0
Gourmet: EU-Gütesiegel sorgt für Transparenz bei Olivenöl
Liguriens goldener Fluss
Imperia nennt sich nicht umsonst «Hauptstadt des Olivenöls»: Beim dreitägigen Olivenöl-Markt brachen vor einiger Zeit die Besucherzahlen alle Rekorde: 60 000 Menschen aus aller Welt strömten trotz Regens in die eigens für dieses Event gesperrte Innenstadt von Oneglia, um alles über das «Gold Liguriens» zu erfahren und an Ort und Stelle Olivenöl und andere Produkte zu probieren.
Besonders zufrieden sind der Bauernverband Coldiretti und damit auch die Olivenöl produzierenden kleineren bäuerlichen Betriebe über eine wichtige Entscheidung der Europäischen Union: Ab sofort muss auf dem Etikett der Ölflasche vermerkt sein, woher der Inhalt stammt.
Jahrelang hatte Italien für eine Herkunftsbezeichnung auf dem Etikett gekämpft. Denn in der Praxis war ein fröhlicher Etikettenschwindel im Gange: Auch wenn mit «100 Prozent italienisches Olivenöl» auf der Flasche geworben wurde, stammten die Oliven in Wahrheit oft aus Spanien, Marokko oder sonst woher – das Öl wurde lediglich in Italien abgefüllt.
Nicht nur die kleinen Bauern, auch Feinschmecker und gesundheitsbewusste Käufer waren darüber sauer.
Gegen eine klare Herkunftsbezeichnung kämpften vor allem die großen italienischen Ölfirmen, die mit billigem Öl aus dem Ausland ihr angeblich italienisches Olivenöl preiswert anbieten konnten.
Damit ist endgültig Schluss: Seit Mitte 2009 müssen Anbieter nativer, also kalt gepresster Olivenöle aus erster Pressung auf dem Etikett die Herkunft angeben. Und das ist für Liguriens Ölbauern von großer Bedeutung. Denn das «flüssige Gold» wird aus den nur hier angebauten Taggiasca-Oliven gewonnen, zeichnet sich durch einen besonders feinen Geschmack aus und wird in steilen Hügeln mühevoll geerntet. Somit ist der Preis des Olivenöls mehr als gerechtfertigt.
Text und Foto: RFR
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