01.12.2009 1

Kolumne: So seh ich’s von meiner Terrasse im 26. Stock

Missverständnis Monaco

Was haben sie gemeinsam: Millionendieb Musulin (Geldtransporter), Landeschef Rüttgers (NRW, CDU) und der gaunerische «Geheimagent» (angeblich «Monaco Intelligence Service» M.I.S.)? Ich sag’s Ihnen gleich.

Zuvor ein Blick von meinem Turm übers Ländle mit den Zusatzfragen:
a) Meinten die obigen drei wirklich die zwei Quadratkilometer Stadtlandschaft, als sie Monaco in die Medien brachten, oder eher ein mediengeneriertes Hirngespinst?
b) Wie geht es den drei Medienberatern, die Fürst Albert engagierte, um Monacos weltweites Image aufzupolieren?

Herr Musulin spricht, nach der Entnahme von elf Millionen Euro aus seinem Lyoner Geldtransporter, bei Monacos Polizei vor – in einer angeblichen «Oase». Missverständnis: Monaco liefert ihn an Frankreich aus.

NRW-Chef Rüttgers meint zu Monaco in einem Prominenten-Quiz der ARD, unwidersprochen von Quiz-Master Jörg Pilawa: «Monaco gehört ja mit zu Frankreich.» Missverständnis!

In USA verklagt ein Mister Eringer angeblich den Fürsten auf ausstehende Honorare als «Hof-Detektiv». Manche Medien (auch «Paris Match» und «Bunte») drucken gleich einen «M.I.S.-Dienstausweis Nr. 001» (sechsmal besser als James Bonds «007») mit ab – offenbar selbstgefertigt.
Albert II. reagiert empört: Es gibt weder «M.I.S.» noch – folglich – M.I.S.-Ausweise.

Ach, Monaco, dieses «Universum aus Träumen und Prestige» (Originalton «Monaco Tourist-Office») steckt voller Missverständnisse! Da haben Fürst Alberts Image-Polierer viel zu tun 2010.
Habt ihr wenigstens schon einmal alle Google-Einträge für «Monaco» (162 000 000) und «Monte-Carlo» (über 20 700 000) gecheckt?

Na, dann viel Spaß im nächsten Jahr!

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Kommentare

Kommentar von Michael Chevalier | 18.01.2010

Ich kann Rolf Palm nur wieder einmal von ganzem Herzen (leider) recht geben: Warum tun sich Monacos Imageberater so schwer? Das neue Logo allein bringts auch nicht!

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