01.06.2009 0
Kolumne: So seh ich' s von meiner Terrasse im 26. Stock
Wachstum mit Hindernissen
Weil das neue Statistikbuch auch Zahlen von früheren im Fürstentum durchgeführten Volkszählungen enthält – 1757 fand wohl die erste statt.
Meine Zeitmaschine zeigt mir: Was heute Monte-Carlo heißt, ist damals wüst und leer. Nur auf dem «Rocher», beim Grimaldi-Schloss, und im Stadtviertel Condamine stehen Häuser für 1352 Menschen.
Häuschen auch in Roquebrune und Menton – denn beide Orte gehören da noch zum Fürstentum.
Roquebrune mit Cap Martin zählt 447 «Seelen» (wie man anno dazumal sagt), Menton 2431, insgesamt ist das Fürstentum also 4230 Köpfe stark.
Doch im Jahr 1792 nur noch 1192. Was ist geschehen? Die Französische Revolution.
Revolutionstruppen besetzen das Fürstentum, trennen Menton und Roquebrune ab, die später für den «Anschluss» an Frankreich optieren, weil sie nicht an eine Zukunft Monacos und seiner Fürsten glauben.
So dass das gestutzte Monaco auch 1861 nur noch für 1200 Menschen Heimat ist.
Doch dann wird das Casino errichtet, Monte-Carlo bebaut, die Steuerfreiheit verfügt. Und siehe da: Zur Jahrhundertwende (1898) residieren bereits 15 102 (nicht immer fromme) «Seelen» hier. Heute sind es mehr als doppelt so viele.
Und die Bürger von Roquebrune und Menton müssen zur Strafe für den Kleinmut und die «Abtrünnigkeit» ihrer Vorfahren hohe Steuern zahlen. So kann’s zugehen im Leben ...
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