16.04.2010 0

Kunst & Kultur: Das Filmfestival wird ohne deutschen Film in der Hauptreihe auskommen müssen

Cannes lüftet sein Geheimnis um die Wettbewerbsbeiträge 2010

Reihenweise Stars aus Hollywood – Fehlanzeige. Deutsche Beiträge in der Hauptreihe – unauffindbar. Dass vom 12. bis 23. Mai dennoch so anspruchsvolles Kino wie eh und je beim Filmfestival von Cannes erwartet werden darf, versprachen der Generalbeauftragte Thierry Frémaux und Präsident Gilles Jacob gestern auf einer Pressekonferenz in Paris. Hier lüfteten sie das Geheimnis um die bisherige Auswahl der Wettbewerbsbeiträge. Von Bescheidenheit in der Folge der Wirtschafts- und Finanzkrise keine Spur – abgesehen davon, dass fünf Filme weniger als noch 2009 um die Teilnahme buhlten, nämlich 1665.

Unter dir die Stadt
Nicolette Krebitz und Robert Hunger-Bühler stehen mit dem Drama "Unter dir die Stadt" im Wettbewerb der Reihe "Un certain regard". Regisseur Christoph Hochhäusler hatte 2005 bereits einen Film in Cannes präsentiert.

Mike Leigh, Bertrand Tavernier, Alejandro González Inárritu: Den Eingeweihten dürften diese Namen nicht fremd sein. Die Genannten zählen zu den 16 glücklichen Regisseuren, deren Filme („Another Year“, Biutiful“, „La Princesse de Montpensier“) es bislang in die Hauptreihe der 63. Ausgabe des Festivals geschafft haben. Einige weitere Beiträge werden in den kommenden Wochen noch folgen, hieß es. Die übrigen Filme, die im Wettbewerb um die Goldene Palme stehen, stammen überwiegend aus nicht-europäischen Ländern. Selbst Hollywood ist nur einmal vertreten (Doug Liman mit «Fair Game», in der Hauptrolle Sean Penn), Gastgeberland Frankreich immerhin mit drei Werken.

Mit dabei ist dank des Streifens „Mein Glück“ auch eine deutsch-ukrainisch-niederländische Koproduktion. Der Film wurde in der Ukraine gedreht und zeigt, wie der Fernfahrer Georgi in einer Spirale der Gewalt und Willkür zum Verbrecher wird.

In der Nebenreihe „Un certain regard“ ist nach 2005 erneut der deutsche Regisseur Christoph Hochhäusler (37) zu Gast, diesmal mit seinem neuen Film „Unter dir die Stadt“ (Foto), ein Drama um die Affäre eines Bankmanagers (Robert Hunger-Bühler) mit der Frau eines Angestellten (Nicolette Krebitz).

Der Hauptjury steht diesmal der US-Filmemacher Tim Burton vor, der unter anderem von der britischen Schauspielerin Kate Beckinsale und dem aus Puerto Rico stammenden Schauspieler Benicio Del Toro unterstützt wird. Der kanadische Regisseur Atom Egoyan leitet die Jury für die Reihe "Un certain regard".

Eröffnet werden die 63. Internationalen Filmfestspiele in Cannes am Mittwoch, 12. Mai, mit Ridley Scotts Neuverfilmung von Robin Hood. Damit dürften wenigstens an diesem Abend zwei der ganz großen Stars über den roten Teppich schreiten: Cate Blanchett und Russel Crowe. Wie in Cannes üblich, läuft der potentielle Kassenschlager außer Konkurrenz.

Durch die Auftaktveranstaltung führt die Schauspielerin Kristin Scott Thomas, die ebenfalls die Vergabe der Goldenen Palmen am Abschluss-Sonntag moderieren wird. as

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