08.08.2010 0
Kunst & Kultur: Vorsicht! Die Ausstellung könnte Halluzinationen hervorrufen …
Das Fliegenpilz-Projekt
Der heute 49-Jährige ließ jedoch sein erstes Leben allerdings keineswegs hinter sich. Vielmehr stellt er sowohl inhaltlich als auch formal eine humorvolle und scharfsinnige Verbindung zwischen Naturwissenschaft und Kunst her: In seinen Werken beschäftigt er sich häufig mit den Auswirkungen der Natur auf das menschliche Verhalten und schlägt so auf spielerische Weise eine Brücke.
Der in Brüssel geborene Höller verbrachte den Großteil seines Lebens in Deutschland und Schweden, ist aber dank zahlreicher Ausstellungen und Projekte auf der ganzen Welt herumgekommen. Dieses Jahr führte ihn die Einladung von Kunstsammlerin Rita Caltagirone zur Teilnahme am zweiten Monaco Project for the Arts ins Fürstentum.
Die dafür konzipierte Ausstellung «L’Amanite tue-mouche» beschäftigt sich mit dem Fliegenpilz in allen erdenklichen Formen. Dieser wird von einigen Naturvölkern als Rauschmittel verwendet und wirft zahlreiche Fragen auf. Warum die markanten Signalfarben? Warum gilt der giftige Pilz als Glückssymbol? Wie gefährlich ist sein Verzehr wirklich? Höller will den Besuchern eine neue Sichtweise auf den sagenumwobenen Pilz bieten und ihre Fantasie anregen.
Das Außergewöhnliche an der noch bis zum 30. August zu bestaunenden Werkschau ist aber nicht nur ihr Thema, sondern auch ihre Umsetzung. Diese ist das Ergebnis der unabhängigen Arbeit zwischen dem erfolgreichen Künstler und zukünftigen Kunstschaffenden. Neben den sechs Werken von Höller haben Studenten der Ecole Supérieure d’Arts Plastiques de la Ville de Monaco ihre eigenen Projekte beigesteuert. «Im Grunde genommen ist die Ausstellung an sich auch ein Kunstwerk, eine Collage von mir und den Studenten», so Höller auf der Vernissage.
Das Unterfangen stellt laut Isabelle Lombardot, Direktorin der monegassischen Kunstschule, den Höhepunkt des Studienjahres dar. Für die 65 internationalen Studenten der Kunsthochschule ist die Teilnahme nicht verpflichtend, erfreut sich aber großer Beliebtheit. «Das Projekt ist sehr wichtig für die Studenten, um praktische Erfahrungen zu sammeln und sich persönlich und künstlerisch weiterzuentwickeln», betont sie.
Das Monaco Project for the Arts wurde 2008 von Rita Caltagirone gegründet, um eine Stätte der Begegnung und des Austausches zwischen Kunstliebhabern und -sammlern, Künstlern und Studenten zu schaffen. Zusätzlich zur Kunst werden daher Konferenzen, gemeinsame Museumsbesuche und Ausflüge angeboten. Denn auch bei der Vermittlung von Kunst und Bildung sei eines klar: Das Wichtigste ist, dass es Spaß macht!
SKN
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