11.07.2011 0

Kultur: Geschichten voller Leidenschaft aus 21 Höfen ab heute im Grimaldi Forum

Der Stoff, aus dem die Märchen sind

Das glanzvolle Leben bei Hofe und insbesondere romantische Hochzeiten üben seit jeher eine große Faszination auf die Menschen aus. Nach Prinz William und Kate Middleton haben zuletzt Fürst Albert II. und Charlène am 1. und 2. Juli die Augen der ganzen Welt auf sich gezogen. Heute beginnt die Sommerausstellung «Glanz und Prunk europäischer Höfe» und setzt noch bis zum 11. September im Grimaldi-Forum diesen Zauber fort.

Das Porträt von Therese von Bayern wird ebenfalls zu sehen sein. Foto: Pino Bauer nach Joseph-Karl Stieler, © Bastian Krack, Bayerisches Nationalmuseum
Das Porträt von Therese von Bayern wird ebenfalls zu sehen sein. Foto: Pino Bauer nach Joseph-Karl Stieler, © Bastian Krack, Bayerisches Nationalmuseum

Berühmte adelige Herrscher zu zeigen ist nicht genug. «Wir wollen eine fesselnde Geschichte voller Leidenschaft zu jedem Hof erzählen», so die Co-Kuratorin, Patricia Bouchenot-Dechin. Und das quer durch ganz Europa. Von der atemberaubenden Pracht und dem glanzvollen Leben zwischen Macht, Liebe und Pflicht an 21 Höfen des 16. bis 20. Jahrhunderts zeugen die mehr als 700 Kunstwerke.

Neben Portugal, Spanien, Großbritannien, Dänemark und Russland sind Österreich mit Kaiserin Elisabeth (Sisi) und Schwedens Gustav III. mit seiner Leidenschaft für Reisen und Theater genauso vertreten wie eines der größten Liebespaare der Geschichte: Kaiser Napoléon und Joséphine.

«Das Publikum wird sich freuen, denn Deutschland ist gleich mit drei Höfen präsent: Preußen, Sachsen und Bayern», schwärmt Patrica Bouchenot-Dechin. Die Pariserin mit deutschen Wurzeln hat als Kind ihre Ferien häufig in Franken verbracht.

«In Bayern haben wir Ludwig I. gewählt, weil er ein Gegner von Napoleon war», berichtet die Kuratorin verschmitzt, «demonstrativ trug er seine bayerische Tracht. Glühend verehrt hat er dagegen das antike Griechenland, was sich auch in der baulichen Veränderung Münchens zeigt. Mit dem im Rahmen der Festlichkeiten zu seiner Hochzeit mit Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen ausgetragenen Pferderennen wurde die Tradition des Münchner Oktoberfestes begründet.

Noch heute trägt die Theresienwiese den Namen der Prinzessin.» Eine Nachbildung des Thronsaals der Münchner Residenz zeigt Gemälde der Herrscher, filigrane Figuren und wertvolles Porzellan.

«August der Starke war bekannt für seine prachtvollen Festlichkeiten, größer sogar als in Versailles», erzählt die Expertin begeistert. Sie kuratierte 2006 bereits die viel gelobte Schau ‘Glanz des sächsischen Hofes – Dresden in Versailles’.

«Die großen Feiern gehörten in Sachsen zum alltäglichen Leben bei Hofe, und das werden wir zeigen, mit Pauken, Trompeten, aufwändigem Pferdeschmuck und reich verzierten Sätteln. Gemälde und Lanzen berichten von den legendären Damenfesten. Bei den Ringrennen waren es die Frauen, die mit den Lanzen nach den Ringen stachen. Hier waren die ‘Könige’ der Feste weiblich und die Herren ‘bedienten’. Ein lustiges Bild zeigt Gräfin von Cosel als Königin, August den Starken als Kutscher und den König von Dänemark als Diener.»

Und natürlich darf auch die Geschichte des Fürstentums Monaco nicht fehlen, hier liegt der Schwerpunkt auf Charles III.

Der Abschluss der Ausstellung bringt den Besucher wieder zurück in die Gegenwart: Unter der Glaskuppel im Grimaldiforum sind 20 der schönsten unveröffentlichten Fotos der Hochzeit von Albert II. und Charlène im Großformat zu sehen.

Silke Seehars 

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