17.12.2009 0

Kunst & Kultur: Marcello Geppetti ist Paparazzo der goldenen Generation

Meisterhafter Voyeur

Als «La Dolce Vita» 1960 über die Kinoleinwände flimmerte, hatte eine kleine Gruppe Fotografen, die abends auf Roms berühmter Via Veneto Prominenten auflauerte, ihren Namen weg. Inspiriert von dem bis dahin bekanntesten «V.I.P-Jäger» Tazio Secchiaroli, schuf Regisseur Federico Fellini die Figur des Paparazzo. Marcello Geppetti missfiel diese Bezeichnung. Wehren konnte er sich dagegen nicht. Eine sehenswerte Ausstellung in der Ambassade du Tourisme in Saint-Tropez.

Auch er gehörte zu den «Bad Boys» der Fotografie. Sie verdienten in den 60er-Jahren ihr Geld damit, erfolgreiche Schauspieler, Größen des Showbusiness und Sportler in Momenten der Schwäche vor ihr Objektiv zu bekommen.

Mit seinen Schnappschüssen – darunter die um die Welt gegangene Aufnahme eines Kusses zwischen Richard Burton und Liz Taylor – deckte er Affären auf, kratzte an der allzu perfekten Fassade der Abgelichteten und zog nicht selten deren Zorn auf sich. Aus heutiger Sicht betrachtet, sind die Schwarz-Weiß-Fotos des Italieners jedoch nicht ohne künstlerischen Anspruch. Das mag zum einen daran liegen, dass Diven wie Anita Ekberg, Brigitte Bardot, Jayne Mansfield oder Sophia Loren zu Geppettis Motiven zählten, zum anderen aber auch, weil er sein Handwerk beherrschte.

In Saint-Tropez würdigt eine Ausstellung ab heute das bemerkenswerte Werk des 1998 verstorbenen Fotografen.
Die Bilder sind der Öffentlichkeit noch bis 27. Dezember in der Ambassade du Tourisme (40, rue Gambetta) zugänglich.

Eine Auswahl an Werken der Ausstellung finden Sie unter «Fotogalerien».

C.D.

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