08.10.2009 0

Kunst & Kultur: Das «Orchestre régional de Cannes» präsentiert sein neues Programm

Mit Pauken und Trompeten

Sie haben nicht nur Beifall geerntet, als bekannt wurde, die Orchester von Nizza und Cannes würden von nun an gemeinsame Sache machen. So bekundeten unter anderem Cannes Musikliebhaber Bedenken, die Kooperation sei ein Zeichen für fehlendes Engagement und mangelnden Ergeiz seitens des Managements. Mit dem neu entwickelten Programm für die Saison 2009/2010 wollen Chefdirigent Philippe Bender und Verwaltungsdirektorin Catherine Morschel aber allen Kritikern beweisen, dass die Annäherung der Orchester keinen Qualitätsverlust bedeutet, sondern neue Perspektiven eröffnet.

Orchester steigt die Stufen herab
Bitte Plätze einnehmen! Das Orchester von Cannes in Aktion

«Beide Ensembles werden ihre Identität bewahren. Es handelt sich bei der Zusammenführung lediglich um eine Harmonisierung der Aktivitäten», verspricht Philippe Bender bei einem Pressegespräch. «Zudem stellt die gemeinsame Verwaltung und Nutzung des Budgets eine große Chance für die Orchester dar», wirft Catherine Morschel ein. Für beide steht fest, mit der Kooperation die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

Neben all den organisatorischen Veränderungen war aber auch noch Zeit für den künstlerischen Schaffensprozess. Dabei dienten vier verschiedene Themen Bender als Inspiration für seine aktuellen Kompositionen. Die Konzerte in der Saison 2009/2010 werden zunächst von Beethovens Gesamtwerk für Klavier und Orchester geprägt sein. So zum Beispiel am 6. Dezember und 10. Januar, jeweils 16.30 Uhr, im Théâtre Croisette in Cannes.

Zudem ist auch Cannes Ensemble mit von der Partie, wenn die Welt ab 1. März das ganze Jahr über den 200. Geburtstag Frédéric Chopins zelebriert. Gemeinsam mit dem großen Pianisten Nelson Freire erinnert das Orchester im April an das polnische Musikgenie. Freire hatte sich einst nach einer langen Auszeit mit seinen Interpretationen der Werke Chopins eindrucksvoll in der Musikbranche zurückgemeldet. Für Philippe Bender Grund genug, mit dem Brasilianer zusammenzuarbeiten.

Ebenfalls im April finden zwei Aufführungen anlässlich des zehnten Todestages von Marcel Landowski statt. Zu Ehren des französischen Komponisten und Kulturpolitikers mit polnischen Wurzeln wird das Orchester gemeinsam mit in Frankreich populären polnischen Künstlern ein Programm auf die Beine stellen, das den Verdiensten Landowskis gerecht werden will.

Mit einer Hommage an zeitgenössische Komponistinnen zeigt sich Bender in einer weiteren Konzertreihe außerdem erstmals von seiner feministischen Seite. Er begibt sich mit seinem Team auf eine musikalische Reise von Frankreich über Spanien nach Marokko und Polen, wo man auf talentierte Frauen wie Véronique Poltz, Betsy Jolas, Mercè Pons, Graziane Finzi oder Marzena Komsta trifft.

Natürlich wäre auch nicht von Annäherung die Rede, wenn die Orchester von Nizza und Cannes nicht das ein ums andere Mal gemeinsam auf der Bühne stehen würden. Zeuge des Zusammenspiels kann man schon in Kürze, am 8. November, beim Abschlusskonzert des Musikfestivals «C’est pas classique» werden.

Im Übrigen lässt es sich Cannes Ensemble wieder einmal nicht nehmen, mit ungewöhnlichen Konzerten nicht nur Klassikfans und das gehobene Publikum zu begeistern. Auch in diesem Jahr sind Bender & Co. in Schulen und sozialen Einrichtungen unterwegs, um die Liebe zur Musik unters Volk zu bringen.
Weitere Informationen zum Programm und den Engagements des «Orchestre régional de Cannes» unter www.orchestre-cannes.com

C.D.

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