21.07.2010 0

Kunst & Kultur: Modigliani hinterließ nur wenige Werke – die Annonciade zeigt eine Auswahl

Rare Kunststücke

Die Modigliani-Skulptur «Kopf einer Karyatide» erzielte erst kürzlich einen neuen Rekordpreis von 43,2 Millionen Euro bei einer Versteigerung in Paris. Der italienische Künstler ist in aller Munde – und das auch in Saint-Tropez. Denn hier läuft noch bis zum 18. Oktober die große Sommerausstellung des Annonciade-Museums: «Amedeo Modigliani». Wir sprachen mit Direktor Jean-Paul Monery über die aufwändige Vorbereitung.

Tête de femme
Modiglianis «Tête de femme», 1915, Pinacothèque de Brera, Mailand

«Es ist sehr schwer, eine Ausstellung über Modigliani zu erarbeiten», berichtet Jean-Paul Monery. «Zum einen gibt es nicht viele Bilder von dem aus Livorno stammenden Maler und Bildhauer. Und von denen sind auch nur wenige in Frankreich. Diese Werke als Leihgabe zu erhalten, ist nicht einfach und vor allem kostspielig. Zum anderen gibt es unglaublich viele Fälschungen von Modiglianis Weken, und es ist wirklich schwierig, sie von den Originalen zu unterscheiden.» Diese schmerzliche Erfahrung musste im vergangenen Jahr auch die Bundeskunsthalle in Bonn machen.

Zunächst plante Monery eine Ausstellung mit dem Schwerpunkt «Modigliani im Midi». Der Maler verbrachte schließlich die letzten Jahre seines Lebens in Cagnes-sur-Mer (1918/1919), und in dieser Zeit sind viele seiner Arbeiten entstanden. «Doch es war schier unmöglich diese Bilder zu erhalten. Darum musste ich den Rahmen weiter fassen», so der Museums-Direktor.

Dabei habe er den durch Alkohol und Drogen geprägten Teil von Modiglianis kurzem Leben (1884-1920) ausgespart. «Sein Privatleben interessiert mich nicht. Stattdessen habe ich seinen Weg verfolgt. In Paris sah der aus dem klassischen Italien stammende Künstler die Revolution in der gestaltenden Kunst, entdeckte neue Stile wie den Kubismus, Fauvismus oder Pointillismus. Letztendlich hat er sich  damit zwar beschäftigt, die Eindrücke aber in seine Kunst nicht einfließen lassen. Landschaften oder Stillleben interessierten ihn nicht. Er blieb bei der Darstellung des Menschen, vor allem beim Portrait, und damit bei sich selbst.»                   

Silke Seehars

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