12.07.2010 0

Monaco: Albert II. feiert heute sein fünftes Thronjubiläum

Fünf Jahre Fürst

Es ist auf den Tag fünf Jahre her, dass Albert II. regierender Fürst von Monaco wurde. Als Bürgermeister Georges Marsan ihm die Schlüssel des Stadtstaates überreichte, gab es keine großen Zeremonien mit angereisten Staatsoberhäuptern. Einer Messe in der Kathedrale folgte eine große Gartenparty auf dem Altstadtfelsen mit über 5000 monegassischen Gästen. Für alle anderen Einwohner (immerhin um die 32 000) gab es im Hafen Champagner, Musik und Feuerwerk bis tief in die Nacht. Das Volk feierte seinen Fürsten.

Fürst Albert II.
Heute vor fünf Jahren übergab Bürgermeister Georges Marsan dem neuen Fürsten die Schlüssel des Stadtstaates. Copyright: Palais Princier

Fünf Jahre später schaut die Welt auf Monaco. Einerseits, weil Albert II. erst kürzlich die lang erwartete Verlobung mit der Südafrikanerin und Langzeitfreundin Charlene Wittstock bekannt gab. Andererseits diskutiert die französische Presse, was der Mann, der das Sagen im Fürstentum hat, in den letzten fünf Jahren erreichen konnte. Anders als in gewählten Regierungen wird Albert das Land für den Rest seines Lebens führen, umso passender, dass er sich mit seiner Verlobung zum fünften Jubiläum eine starke Partnerin an seine Seite holt.

Es sind bewegte Zeiten, durch die der Fürst sein Land im Moment führt. Die französische Zeitung L’Express verriss letzte Woche Alberts Regierungsleistungen mit der Schlagzeile „Malaise sur Monaco“ - Monaco im Notzustand? Natürlich hat der Stadtstaat Machtkämpfe auszutragen wie jede andere Regierung auch, und Monaco blieb wie der Rest der Welt nicht von der Wirtschaftskrise verschont. Das Land hat dieses Jahr zum ersten Mal ein Haushaltsdefizit zu beklagen. Andererseits blieb das Defizit mit 88 Millionen weit unter dem erwarteten Ausmaß. Das Land reagierte unverzüglich, indem es große Projekte wie die Landerweiterung in Fontvieille und den Bau des Princesse-Grace-Krankenhauses auf Eis legte.

In vielen anderen Bereichen kann Albert II. nach fünf Jahren Regierungszeit Erfolge verbuchen. Er schaffte es, Monaco von der schwarzen Liste der OECD (Organisation of Economic Cooperation and Development) für unkooperative Steueroasen streichen zu lassen. Das Fürstentum hat mittlerweile Kooperationen mit 23 Ländern unterschrieben und steht seit nunmehr einem Jahr auf der weißen Liste. Durch das intensive Umwelt-Engagement des Fürsten verwandelt sich Monaco des weiteren zusehends von einer Steuer- in eine Grüne Oase. Galionsfigur für zahlreiche Umweltschutz-Projekte, war Albert der erste Monarch, der jemals beide Erdpole bereiste, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen.

Kritiker beschreiben den Fürst als zu unkonventionell, offen und zugänglich. Seine Untertanen nennen diese Eigenschaften aufrichtig und interessiert. Albert ist weniger formell als sein Vater Fürst Rainier III. Wie kürzlich auf einem Picknick des Roten Kreuzes mischt er sich gern unter sein Volk, posiert für Fotos und plaudert mit jedem, der auf ihn zukommt. Dieser ungezwungene Kontakt mit seinen Untertanen bringt ihm Sympathien in Monaco ein, ebenso wie sein Bemühen kulturelle Highlights ins Land zu holen. So startete die Tour de France im letzten Jahr erstmals im Fürstentum, und erst kürzlich rockten die Musiklegenden Iggy Pop und ZZ Top bis spät in die Nacht auf einem Openair Konzert vor dem Fürstenpalast.

Wie der neue Staatspräsident Michel Roger kürzlich auf einer Pressekonferenz zur wirtschaftlichen Lage verkündete, kommen große Herausforderungen auf Monaco zu. Mit einem weltoffenen Fürsten wie Albert II. und seiner bald anstehenden Hochzeit dürften viele Monegassen nichtsdestotrotz hoffnungsfroh auf die nächsten Jahre blicken.

CL/LS

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