27.06.2011 0
Monaco: Noch vier Tage bis zur Fürsten-Hochzeit – Herausforderung für Starkoch Alain Ducasse
Geheimnisse rund ums Hochzeitsmenü
Wie Ducasse gegenüber der Lokalzeitung Monaco Matin sagte, habe er dem Paar auf 16 Seiten seine Vision des Mahls zukommen lassen. «Die Brautleute möchten mit dem Hochzeitsessen eine Botschaft ihrer Werte übermitteln», so der Chef des Louis XV. im Hôtel de Paris, das nur wenige hundert Meter von der Terrasse des Spielcasinos und der Oper entfernt liegt. Hier werden am Samstagabend 500 geladene Gäste bewirtet, bevor eine rauschende Ballnacht mit Feuerwerk die Feierlichkeiten beendet.
Die Mehrzahl der Zutaten kommt aus den Gärtnereien und von dem Bauernhof des Grimaldi-Anwesens Rocagel in La Turbie oberhalb des Fürstentums. «Der Fürst hat hier einen Teil seiner Kindheit verbracht und verbindet mit dem Besitz viele schöne Erinnerungen», erzählt Ducasse.
Die Hochzeitsgäste werden also mit dem Gemüse aus dem mediterranen Fürstengarten verwöhnt: Auberginen, Zucchini, Paprika … «Alles wird am Morgen des 2. Juli geerntet und kommt taufrisch auf den Tisch.» Das Dessert, so viel zumindest verrät der Starkoch, wird mit der nicht pasteurisierten Milch von neun «stressfreien» Kühen zubereitet, die auf den Wiesen des Rocagel-Hofs weiden. «Die Milch ist unbehandelt und entspricht wahrscheinlich nicht den europäischen Normen», vermutet Ducasse gegenüber dem Tagesblatt.
95 Prozent aller Produkte, die fürs Hochzeitsmahl verwendet werden, kommen aus einem Umkreis von zehn Kilometern. Mit zwei Ausnahmen: die für ihre Köstlichkeit über die Grenzen bekannten Gambas aus Ligurien und ein besonders feiner südafrikanischer Wein – eine kleine Verneigung vor der Braut.
Das Menü hat eine durch und durch mediterrane Seele, mit Fisch aus nachhaltigem Fang und ohne Kaviar. «Die Mittelmeerküche ist so viel mehr als nur eine Mode, sie ist Teil unserer Zivilisation», philosophiert der gebürtige Franzose Ducasse, der vor einigen Jahren Monegasse wurde.
350 Personen sind am 2. Juli für das Hochzeitsmahl mobilisiert, 200 von ihnen arbeiten im Service.
Das Menü besteht aus vier Gängen, aber mehr will Alain Ducasse nun wirklich nicht preisgeben. Oder doch noch eines: Albert und Charlene haben bereits «Probe gegessen» und seien sehr zufrieden gewesen. Besonders Charlene, weil keine Gänseleber gereicht wird.
PH
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