16.08.2010 0

Monaco: Yinka Shonibare zu Gast in der Villa Sauber

Kulturschocks

Wer kleidet kopflose Marionetten in afrikanische Muster? Warum filmt man ein Remake einer Verdi-Oper ganz ohne Musik? Und welche der beiden Ballerinas, Odile oder Odette, ist die Böse, wenn sie, abgesehen von ihrer Hautfarbe, ein perfektes Spiegelbild darstellen?

Odile Odette
«Odile and Odette» von Yinka Shonibare: Inspiriert von Tschaikowskys Schwanensee, erscheinen die beiden Balletttänzerinnen als Spiegelbild ihrer selbst

Das fragt man sich, wenn man die neue Ausstellung in der Villa Sauber besucht. Zur Wiedereröffnung dieses Teils des Nouveau Musée National de Monaco präsentiert sich die Villa nicht nur in frischen Farben, sondern auch mit einem neuen Ausstellungskonzept: «Looking up ...» heißt es und beherbergt sowohl historische Modelle und Requisiten der Oper von Monte-Carlo als auch zeitgenössische Kunst von Yinka Shonibare.

Die stets doppeldeutigen Werke des britisch-nigerianischen Künstlers laden den Besucher ein, die Sammlung des Neuen Nationalmuseums von einer ganz anderen Seite zu betrachten. Seine Skulpturen, Fotografien und Videos waren auch schon in New York, Sydney und Berlin zu sehen. Sie bewegen sich zwischen Europa und Afrika, Schwarz und Weiß, Kolonialgeschichte und globalisierter Gegenwart und hinterfragen so kulturelle und nationale Identitäten.

Die Ausstellung ist noch bis Januar 2011 zu besichtigen. Besonderes Highlight ist das Atelier, in dem während der Öffnungszeiten historische Kostüme restauriert werden.         

SO

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