02.12.2011 0

Provence & Côte d’Azur: Die Gewalt-Serie in Marseille reißt nicht ab

Dritte tödliche Schießerei innerhalb einer Woche in den Bouches-du-Rhône

Ein 40-jähriger Mann ist gestern Nacht in einer Imbissbude im Marseiller Stadtviertel Saint-Antoine erschossen worden. Aus bislang ungeklärtem Grund hatte ein Unbekannter mit einer Kalaschnikow das Feuer eröffnet und verletzte neben dem Getöteten eine weitere Person schwer. Es handelt sich um die dritte Schießerei innerhalb von vier Tagen im Departement Bouches-du-Rhône.

Marseille
Marseille kämpft seit Jahren mit Kriminalitätsproblemen

Wieder war es die Metropole Marseille, die zum Austragungsort eines Konflikts mit tödlichen Folgen wurde. Der genaue Ablauf des Tathergangs sieht laut Presseberichten wie folgt aus: Kurz nach 23 Uhr habe gestern Nacht eine schwarze Limousine vor der Imbissbude „Le Cèdre“ im Arrondissement Saint-Antoine gehalten. Daraufhin sei eine vermummte Person aus dem Wagen gestiegen und habe mit einer Maschinenpistole des Typs Kalaschnikow das Feuer eröffnet. Einer der von den Kugeln durchbohrten Männer starb auf der Stelle, der andere – offenbar ein Mitarbeiter der Imbissbude - wird derzeit stationär behandelt. Sein Zustand ist kritisch.

Etwa dreißig Kugeln sollen vom Täter abgefeuert worden sein. Die beiden Opfer waren der Polizei schon früher für kleinere Delikte aufgefallen, doch liegen diese bereits weit zurück. Dennoch spekuliert die Staatsanwaltschaft auf „eine offene Rechnung, die zu begleichen war“ und als Motiv gedient haben könnte. Die Beamten haben indes auch die große Durchschlagkraft der Kugeln erwähnt, die sich durch Möbel und sogar Wände des Gebäudes gebohrt haben.

Der dritte Fall von außergewöhnlicher Gewalt innerhalb von vier Tagen in den Bouches-du Rhône und der zweite in Marseille. Bereits in der Nacht von Sonntag auf Montag war ein Polizist in einer Auseinandersetzung mit Schusswaffen mit einer Verbrecherbande bei Vitrolles schwer verletzt worden. Kurz darauf erschoss die Polizei einen Mann rumänischer Herkunft, als er mit seinen Komplizen im 13. Arrondissement Marseilles einen Heimwerkerladen ausgeraubt hatte. Die Täter waren mit Kalaschnikows bewaffnet.

Marseilles Bürgermeister Jean-Claude Gaudin betonte, dass die Verbrecher mit „den größtmöglichen Strafen“ zu rechnen haben. Des Weiteren sprach er von einer „bedrückenden Bilanz in Bezug auf das Ausmaß von Waffengewalt bei Straftätern“.

C.M.

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