22.12.2011 0
Provence & Côte d’Azur: Ein weiterer grausamer Vergeltungsakt schockt Marseille
17-Jähriger mit Kalaschnikow hingerichtet
Sieben Schüsse waren auf den Jungen abgeben worden, die ihn in Beine und Unterleib trafen und niederstreckten. Ein einzelner Täter hatte in einem Treppenhaus eines Gebäudes in seinem Wohnbezirk La Castellane
das Feuer eröffnet. Die Waffe entsorgte er später in einem Wäldchen nahe des Tatorts.
Rettungskräfte versuchten über eine Stunde, das Opfer wiederzubeleben – erfolglos. Der junge Mann sei der ansässigen Polizei für Drogenhandel und kleinere Diebstähle bekannt gewesen. Als man ihn fand, war er im Besitz einer geladenen 9-Millimeter-Automatikpistole. Offensichtlich hatte es einen Streit zwischen ihm und seinem späteren Mörder gegeben, der dann eskalierte.
Samia Ghali, Abgeordnete und Stadtverantwortliche für das 15. und 16. Marseiller Arrondissement, räumte ein, dass Vergeltungsakte wie dieser mittlerweile „zum Stadtbild gehören.“ Sie weigere sich jedoch, dies zu akzeptieren, und appelliert an die Regierung, „Mittel zur Bekämpfung der Waffen zu finden, die in unserem Territorium im Umlauf sind.“
In Marseille steigt die Zahl der Todesopfer, die im Zuge eines Racheakts getötet wurden, 2011 auf elf. Die Staatsanwaltschaft hat sich des Falles angenommen, zudem wurde ein Durchsuchungsbefehl für die Wohnung der Familie des verstorbenen Jugendlichen angeordnet.
Erst vergangenen Montag hatte ein ähnlicher Fall in einem Vorort der Hafenstadt für Aufsehen gesorgt. Die verkohlte Leiche eines Mannes war in einem brennenden Auto gefunden worden. Zuvor hatte das Opfer einen Schuss in den Kopf erhalten. Die Polizei geht davon aus, dass es sich hierbei um einen der gnadenlosen „règlement de comptes“ gehandelt hat.
C.M.
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