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Provence & Côte d’Azur: Ein Anwohner wollte mit Waffengewalt die Tat verhindern

15-jähriger Einbrecher in Marseille erschossen

Ein junger Einbrecher wurde am Montag in Marseille erschossen. Der Junge und sein Komplize versuchten in ein Gartengeschäft einzudringen. Dabei wurden sie von einem Anwohner beobachtet. Als er sie durch Rufen nicht von dem Vorhaben abbringen konnte, schoss er auf die Jugendlichen. Dabei kam der 15-Jährige ums Leben. Der Schütze gab an, dass er nicht die Absicht gehabt hätte, den Jungen zu verletzen. Der Staatsanwalt hält die Reaktion jedoch für ungerechtfertigt.

Am Montagabend wurde ein minderjähriger Einbrecher gegen 19 Uhr von einem Anwohner in einem nördlichen Stadtteil von Marseille erschossen, weil dieser einen Einbruch in ein Gartengeschäft verhindern wollte. Der 56-jährige Maurer gibt gegenüber einer Lokalzeitung an, aus seinem Küchenfenster den Jungen in Begleitung eines weiteren Diebes gesehen zu haben. Als sie über den Zaun kletterten, habe er sie durch Rufen vertrieben, sie seien aber trotzdem zurückgekommen. Erst dann habe er auf die beiden geschossen.

Nachdem der Anwohner drei Mal aus 30 Meter Entfernung auf beide Jungen abgefeuert hatte, wurde einer von ihnen in die Brust getroffen. Die Feuerwehrmänner konnten den getroffenen Jungen nicht mehr reanimieren, er starb an seinen Verletzungen. Der 17-jährige Komplitze blieb unverletzt. Er war bereits für Diebstahl und Gewalttätigkeit bekannt und stellte sich anschließend freiwillig der Polizei.

Jacques Dallest, Staatsanwalt der Stadt Marseille, sagte in einer Pressekonferenz: «Faktisch gesehen war es ein tödlicher Schuss, der absichtlich abgefeuert wurde. Der Schütze wurde weder bedroht noch war er direkt von dem Einbruch betroffen. Deshalb kommt Notwehr nicht in Frage.» Die Staatsanwaltschaft betonte, dass sie in diesem Fall besonders streng vorgehen würde.

Bei einer anschließenden Hausdurchsuchung wurden neben der Tatwaffe (ein Langgewehr) noch ein Jagdgewehr, eine Schrotflinte, ein Luftgewehr, fünf Cold-Steel-Messer und ein Bestand an Munition gefunden. Der Mann, der die Schüsse abfeuerte, hatte keine Genehmigung zum Waffenbesitz.

Der arbeitslose Maurer ist nicht vorbestraft. Das Urteil könnte nun aber unbeabsichtigter Totschlag oder sogar Mord lauten. Er wird heute dem Richter vorgeführt.

Kristin Altmann

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Kommentare

Kommentar von Delfin | 04.05.2011

Inzwischen ist es also so, dass der Einbrecher das arme Opfer ist. Was hatte der Junge denn da zu suchen? Allerdings ist Selbstjustiz auch nicht der beste Weg.

Kommentar von Rosa | 05.05.2011

Ja, schließlich handelt es sich bei dem Einbrecher um ein 15-jähriges Kind!
Was würden Sie sagen, wenn Ihr Sohn oder Tochter bei einem "dummen-jungen-Streich" gleich erschossen wird????
Wo kommen wir denn da hin, wenn jeder gleich zur Waffe greift, anstatt Richter urteilen zu lassen ????

Kommentar von Goldwinger | 06.05.2011

Meine Erfahrung ist das es sich hier um keinerlei "dumme Streiche" handelt.
Die Kriminalität in Marseille ist leider überwiegend im jugenndlichen Bereichen zu finden. Dies konnte ich durch meine langjährige berufliche Tätigkeit in Marseille leider immer häufiger feststellen.

Kommentar von Taggia | 06.05.2011

Hmm ein gezielter Schuss zwei Meter daneben hätte es auch getan.

Kommentar von delfin | 06.05.2011

Warum nicht doch ein wenig näher dran, als Abschreckung, damit die «dummen Streiche» im Keim erstickt werden?

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