28.02.2011 0
Marseille: Fünf Jahre Haft für Betrüger
Postbeamter ergaunert fast eine Million Euro
Ein Postbeamter aus Marseille muss für fünf Jahre hinter Gitter, weil er seinen Arbeitgeber um fast eine Million Euro erleichtert hat. Der 42-Jährige hatte innerhalb einer Woche jeweils 370000 Euro von einer zentralen Poststelle angefordert, um damit Geldautomaten aufzufüllen. Die Summe wurde ihm jedes Mal ohne weitere Überprüfungen ausgezahlt. Jedoch stopfte der Mann mit dem Großteil des Geldes lieber sein eigenes Portemonnaie voll: Insgesamt 976000 Euro behielt er für sich, nur der „kleine" Rest wanderte zur eigentlichen Verwendung in die Maschinen.
Vor Gericht beteuerte der Franzose, immense Spielschulden gemacht zu haben. Er sei süchtig nach Poker gewesen. Mit dem Geld habe er seine Zahlungsverpflichtungen gegenüber seinen Gläubigern im Spielmilieu beglichen, sagte er. Im Klartext: Alles sei weg.
Nach der Tat tauchte der Mann für zweieinhalb Monate unter. Als er sich dann der Polizei stellte, hatte er von dem Geld noch 850 Euro in bar bei sich. Mehr gäbe es nicht, versicherte er. Allerdings fanden die Beamten kurz darauf bei einem Kollegen des Postmitarbeiters weitere 100000 Euro – vergraben in dessen Garten. Auch er wurde aufgrund seiner Mitwisserschaft verurteilt und muss nun eine 18-monatige Haftstrafe antreten.
Von dem übrigen Geld fehlt indes jede Spur. Es bleibt abzuwarten, ob sich weitere Gärten im Süden Frankreichs als wahre Schatzkammern herausstellen.
MAI
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