20.02.2012 0
Provence & Côte d’Azur: 13 Millionen Euro investiert die Stadt in ein moderne Infrastruktur und bessere Lebensqualität
Saint-Tropez baut für die Zukunft
Die Schaffung neuen Wohnraums mit drei großen Bauprojekten ist zweifellos unser wichtigstes Vorhaben in diesem Jahr», sagt Jean-Pierre Tuveri. Die Arbeiten auf dem Gelände des Couvent laufen bereits, am Dalle des Lices werden sie in wenigen Monaten beginnen. Bereits im zweiten Halbjahr 2013 sollen die neuen Gebäude mit insgesamt 125 Wohnungen fertiggestellt sein. Auf dem Gelände des früheren Krankenhauses wird der Bau im zweiten Halbjahr beginnen, die Fertigstellung von weiteren 150 Appartements ist für 2014 geplant.
«Das zweite große Projekt ist die neue Kindertagesstätte», so der Bürgermeister weiter. Für mehr als sechs Millionen Euro wird auf dem Gelände Saint-Roch ab März eine Krippe mit 60 Plätzen, ein Kindergarten und ein Freizeitzentrum mit Außenanlage für bis zu 150 Kinder im Alter von drei bis zwölf Jahren entstehen. Einziehen soll der Nachwuchs in das vom Architekten Frédéric Pasqualini entworfene Gebäude im Herbst 2013.
Nur wenige Schritte vom Place des Lices entfernt entsteht bis September ein neues Gemeindehaus (Centre Communal d’Action Sociale). «Es wird modern, auch für ältere Menschen gut zugänglich und entspricht den unterschiedlichen Bedürfnissen der verschiedenen Nutzer», erläutert Tuveri.
Das neue Film-Museum (Baubeginn im Frühjahr) soll die alte Gendarmerie Nationale ab Sommer 2013 zu neuem Leben erwecken. Hier werden bald die Geniestreiche des Gendarmen Ludovic Cruchot und weitere in Saint-Tropez gedrehte Streifen wiederzuentdecken sein. Und das ist nicht die einzige gute Nachricht für Cineasten. Im Untergeschoss des gerade im Bau befindlichen Hôtel de Paris wird ein neuer stadteigener Lichtspielsaal entstehen. Trotz des tragischen Tods des Eigentümers Claude Dray (siehe RCZ Dezember) wird die Rekonstruktion des Luxushotels ohne Unterbrechung fortgesetzt, so dass die Besucher ab Herbst 2012 ein ganz neuer Kino-Genuss erwartet.
Archäologische Funde haben den Bau des Schifffahrtsmuseums in der Zitadelle zum Stillstand gebracht. Doch das Stadtoberhaupt ist zuversichtlich: «Die Probleme konnten gelöst werden und die Arbeiten werden in wenigen Wochen wieder aufgenommen, sodass das Museum im Frühjahr 2013 eröffnen kann.»
In der Altstadt wird an vielen Ecken gewerkelt. Das 2008 begonnene mehrjährige Erneuerungsprogramm wird auch in diesem Jahr, vornehmlich in den Wintermonaten, fortgesetzt. Dazu zählt ebenso die Restaurierung der Chapelle du Couvent.
Stark umstritten ist zurzeit der geplante Ausbau der Landebahn auf dem in unmittelbarer Nachbarschaft gelegenen Flughafen La Môle. Er gehört nicht zu Saint-Tropez, bietet aber vorrangig den Zweitwohnsitz-Anliegern Landefläche für ihre zahlreichen Hubschrauber und Privatjets. Zu diesen Plänen für Saint-Tropez holt Bürgermeister Tuveri etwas weiter aus: «Für uns ist das Aérodrome in La Môle nützlich, um die lokale Wirtschaft und Geschäftsreisende zu bedienen. Darüber hinaus hat eine beträchtliche Anzahl von Mitbürgern hier ihren Zweitwohnsitz und nutzt den Airport für Privatjets und Helikopter. Der Flughafen jedoch ist nicht ungefährlich, Piloten benötigen eine Zusatzqualifikation, um dort starten und landen zu können. Umso wichtiger sind die bestmöglichen Sicherheitsbedingungen, die für eine erweiterte Nutzung der Landebahn sprechen.»
Gegen die dafür notwenige Flussbett-Verlegung wehren sich Umweltverbände und Anwohner aus La Môle und Cogolin genauso wie gegen einen zunehmenden Linienflugverkehr. Besonders Letzteres sei nachvollziehbar, so Tuveri: «Schließlich ist der nächstgrößere Flughafen gerade mal 45 Minuten von La Môle entfernt. Deshalb liegt für Linienflüge unsere Priorität auf dem Internationalen Airport Toulon/Hyères.»
13 Millionen Euro hat die Stadt Saint-Tropez im vergangen Jahr allein in ihre Infrastruktur investiert. Für 2012 ist ein ähnlich hohes Budget geplant. Doch bis die Projekte von allen Seiten genehmigt sind, geht oft viel Zeit ins Land.
Verständlich, dass Tuveri in seiner Neujahrsansprache der Bevölkerung versichert: «Es bewegt sich etwas in Saint-Tropez!»
Silke Seehars
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