01.09.2011 0

Service: "Pasteur II" soll in Nizza medizinischen Dienstleistungen sowie Forschung und Lehre Platz bieten

Frankreichs größtes Krankenhaus hat Verspätung

Der erste Bauabschnitt des neuen Krankenhauses Pasteur II in Nizza wird erst Mitte 2013 abgeschlossen sein, nicht wie geplant bereits im kommenden Jahr. Außerdem werden die Kosten wesentlich höher liegen als bisher angenommen. Die Arbeiten am dann größten Hospital Frankreichs gingen dennoch gut voran, hieß es jetzt bei einem Vor-Ort-Termin mit lokalen Politikern.

So soll er einmal aussehen: der neue Krankenhauskomplex Pasteur II in Nizza.

Die Planungen sehen einen Totalumbau des aktuellen Hôpital Pasteur auf einer Fläche von 81.000 Quadratmetern in den Hügeln von Nizza vor. Seit Projektbeginn im Jahr 2005 mussten immer wieder neue Hürden überwunden werden; mittlerweile belaufen sich die geschätzten Gesamtkosten auf 352 Millionen Euro – statt auf ursprünglich kalkulierte 255 Millionen.

Nizzas Bürgermeister Christian Estrosi sowie Eric Ciotti, Präsident des Conseil Général, weitere lokale Politiker und eine medizinische Abordnung zeigten sich bei ihrem gestrigen Besuch der Baustelle optimistisch, dass der erste Bauabschnitt Mitte 2013 abgeschlossen werden könne. Das Saint-Roch-Krankenhaus im Stadtzentrum soll dann komplett stillgelegt und zum neuen Rathaus umfunktioniert werden.

Pasteur II ist ein ambitioniertes Projekt, in dem die Serviceleistungen eines Krankenhauses vorgehalten werden, aber auch Forschung und Lehre stattfinden sollen. Eine neurowissenschaftliche Klinik, urologisches Zentrum sowie Herzzentrum, Notaufnahme und eine neue Hochschule für Medizin werden dem Hospital angeschlossen sein, das über 730 Betten überwiegend in Einzelzimmern verfügen wird.

Der Aufbau einer neuen medizinischen Fakultät kommt nicht zu früh: Frankreich kämpft gegen einen ernstzunehmenden Ärztemangel, der auch auf fehlende Studienplätze zurückzuführen ist. Im beginnenden akademischen Jahr 2011/12 stehen an der Universität Nizza-Sophia-Antipolis nur 124 Plätze für Studienanfänger zur Verfügung – in einer Gegend, in der es vor allem an Allgemeinmedizinern fehlt und in der sich die Bevölkerung im Sommer fast verfünffacht.

Das neue Krankenhaus soll neben einer verbesserten medizinischen Versorgung der Menschen in der Umgebung auch für zusätzliche Arbeitsplätze sorgen.

Läuft alles wie derzeit geplant, fällt die Eröffnung des ersten Krankenhaus-Abschnitts mit der der Erweiterung der Straßenbahnlinie 1 zusammen – perfektes Timing für Nizzas Bürgermeister Christian Estrosi, der dann mitten im Wahlkampf für die kommenden élections municipales stecken wird. Mit der endgültigen Fertigstellung von Pasteur II wird für März 2014 gerechnet.

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