11.01.2010 0

Sport: Der OGC Nizza muss acht Spieler für das kontinentale Kräftemessen in Angola abstellen

Afrika-Cup statt Abstiegskampf

Die Fußballwelt schaut auf Angola, wo vom 10. bis 31. Januar der neue Afrika-Meister ermittelt wird. Das Turnier ist für Mannschaften wie die Elfenbeinküste, Algerien, Ghana und Kamerun die wichtigste Generalprobe vor der Weltmeisterschaft im Sommer. Und auch die Spieler messen dem Cup einen großen Stellenwert bei. Er bedeutet nicht nur eine große sportliche Herausforderung, sondern – abgängig vom sportlichen Erfolg – Ruhm und Ehre in der Heimat.

Stade du Ray
Wenn der Cup ruft, kehren die afrikanischen Spieler des OGC ihrem Stade du Ray den Rücken

Alle zwei Jahre verlassen daher zahlreiche Profis die europäischen Top-Ligen, um beim Afrika-Cup ihrer Verpflichtung für Familie, Volk und Vaterland nachzukommen. Ihren Arbeitgebern ist das Turnier daher seit jeher ein Dorn im Auge. Immerhin müssen die Vereine, sobald die Meisterschaft auf dem «schwarzen Kontinent» ruft, über drei Wochen auf wichtige Leistungsträger verzichten. Hinzu kommt, dass die Spieler in der Regel ausgelaugt, wenn nicht sogar verletzt, vom Turnier in die Klubs zurückkehren.

Besonders hart trifft es in diesem Jahr den OGC Nizza. Gleich acht Mann stehen bei OGC unter Vertrag, die der Verein für den Cup abstellen muss. Weil sie in den nächsten Wochen für ihre Nationalteams in Angola zum Einsatz kommen, verpassen Abwehrchef Apam Onyekachi (Nigeria) und Stürmer Bagayoko (Mali) den Rückrunden-Auftakt in der französischen Liga ebenso wie Poté (Benin), Bamogo (Burkina Faso), Faé (Ivory Coast), Mouloungui (Gabon), Traoré und Ben Saada (Tunisia).

Dabei wäre für Nizza ein guter Start in die zweite Saisonhälfte so wichtig. Als Tabellen-Sechzehnter steckt das Team von Didier Ollé-Nicolle mitten im Abstiegskampf, hat aber noch ein sechs-Punkte-Polster auf den Achtzehnten im Klassement, den AS Saint Etienne.

Und auch an Olympique Marseille geht der Africa-Cup nicht spurlos vorbei. OM befindet sich aktuell auf Champions-League-Kurs und muss nun auf einige Schlüsselspieler verzichten. Mit Taye Taiwo (Nigeria) fehlt in der Verteidigung ein wichtiger Stammspieler. In der Offensive stehen Trainer Didier Deschamps zudem Bakary Koné (Elfenbeinküste) sowie die Mittelfeldspieler Stéphane M'Bia Etoundi (Kamerun) und Charles Kaboré (Burkina Faso) nicht zur Verfügung. In Hinblick auf den ersten Spieltag nach der Winterpause schmerzt das besonders. Am 17. Januar muss Marseille ohne die vier Profis zum Spitzenspiel bei Tabellenführer Girondins Bordeaux antreten.

Bleibt abzuwarten, wie sich die Teams von der Côte d’Azur in den kommenden Wochen ohne ihre afrikanischen Legionäre schlagen. Auf OGC wartet wie auf OM am 20. Spieltag (16./17. Januar) alles andere als eine leichte Aufgabe. Die «Nicois» müssen zum Drittplatzierten nach Montpellier reisen. Am gleichen Tag treffen zuvor ihre Spieler Apam Onyekachi und Mickaël Poté beim Afrika-Cup in der Partie Nigeria-Benin aufeinander.

C.D.

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