03.03.2010 0
Sport: Deutschland will im Davis Cup gegen Frankreich die Sensation schaffen
David gegen Goliath in Toulon
«Die Stimmung im Team ist gut, die Unterkunft prima», verriet Patrik Kühnen in einem Interview gegenüber dem Sport-Informations-Dienst (sid) und lobte dabei auch die exzellenten Platzverhältnisse. Obwohl die Favoritenrolle ganz klar bei den Franzosen liege, werden sich seine Jungs optimal auf die Davis-Cup-Spiele vom 5. bis 7. März vorbereiten, versprach der 44-jährige Saarländer und ehemalige Tennis-Profi.
Kühnen scheint die Enttäuschung über die Absagenflut der letzten Wochen weggesteckt zu haben. Während seinem besten Mann Thommy Haas nach einer Hüft-Operation sogar das Karriere-Aus droht, will sich Philipp Petzschner lieber auf seine Einzelkarriere konzentrieren. Mischa Zverev erklärte seinen Verzicht mit mangelnder Form.
Stattdessen stehen nun Philipp Kohlschreiber, Benjamin Becker, Simon Greul und Doppelspezialist Christopher Kas im Aufgebot des deutschen Teams.
Die Franzosen haben mit Jo-Wilfried Tsonga und Gael Monfils zwei Top-20-Spieler nominiert. Zudem setzt Kapitän Guy Forget auf Julien Benneteau und Michael Llodra, die sich erst kürzlich im ATP-Finale von Marseille gegenüberstanden. Die vier Musketiere wollen ihren Gegner zwar nicht unterschätzen, schielen aber mit einem Auge schon auf das Achtelfinale gegen Spanien oder die Schweiz.
Dabei haben die Deutschen bereits in der vergangenen Saison gezeigt, dass sie das Zeug zum Favoritenschreck haben. So brachten sie in Marbella Titelverteidiger Spanien an den Rand einer Niederlage und unterlagen einem spannenden Duell nur knapp mit 2:3.
Die Statistik spricht allerdings für Frankreich. In der über hundertjährigen Davis-Cup-Geschichte standen sich beide Nationen bislang sieben Mal gegenüber. Davon entschieden „Les Bleus“ ganze fünf Begegnungen für sich. Der letzte Triumph einer deutschen über eine französische Herrenmannschaft liegt schon einige Jahre zurück. Er gelang 1938 in Berlin.
An diesem Freitag startet nun das achte Duell zwischen Deutschland und Frankreich mit dem ersten Einzel um 13 Uhr. Das Doppel wird einen Tag später um 15 Uhr ausgetragen. Am 7. März fällt dann ab 13 Uhr in zwei weiteren Einzel-Partien die Entscheidung.
Fast 4.300 Zuschauer passen in den Palais des Sports in Toulon. Unabhängig vom Ausgang der Begegnung erwartet die Teams also in jedem Fall eine tolle Atmosphäre.
CD
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