23.07.2010 0
Sport: Deutsche Leistungen blieben hinter den Erwartungen zurück beim Herculis-Leichtathletiktreffen
Die Weltelite der Leichtathletik in Monaco
Größen im Business wie der Weltrekordhalter über 110 Meter Hürdenlauf Dayron Robles oder die schnellste Frau der Welt über 100 Meter, Carmelita Jeter, gaben sich die Ehre. Die 10,64 Sekunden, die die Amerikanerin 2006 erlief, sind bis heute ungeschlagen. Das Stade Louis II hatte zu diesem Anlass eine komplett neue Kunststoffbahn erhalten, die der Botschafter des Events Tyson Gay in höchsten Tönen lobte. Die neue Bahn mache die Athleten noch schneller und habe auch seine Leistung beeinflusst. Gay selbst konnte gestern Abend einen neuen Meeting-Rekord aufstellen. Der 27-jährige Sprinter gewann die 200 Meter in 19,72 Sekunden und liegt nun hinter dem Jamaikaner Usain Bolt auf Platz zwei der Weltbestenliste.
Überhaupt regnete es gestern Bestzeiten in Monaco. Vor allem überraschte der bis dato völlig unbekannte Kenianer Silas Kiplagat. Der 20-jährige Läufer siegte in 3:29,27 Minuten über die 1500 Meter. Seit vier Jahren wurde solch eine Zeit nicht mehr gelaufen. Für Kiplagat war es ein perfektes Rennen, er steigerte seine bisherige Bestleistung um fünf Sekunden.
Das Herculis-Meeting war der letzte Termin für die Athleten vor der anstehenden Europameisterschaft in Barcelona und der Afrikameisterschaft in Nairobi. Für die deutsche Sportlerelite war es kein glanzvoller Abend. Von vornherein waren nur wenige deutsche Namen auf der Startliste zu finden. Mareike Rittweg trat beim Speerwurf an, Raul Spank, dritter bei der WM in Berlin, kämpfte für Deutschland um die Medaille im Hochsprung. Außerdem traten die Dresdener Kugelstoßerin Christina Schwanitz und Stabhochspringerin Silke Spiegelburg an. Letztere erzielte dann auch mit einem vierten Platz die beste deutsche Leistung des Abends. Hochspringer Raul Spank fehlte das Glück. Nachdem er vom deutschen Leichtathletikverband schon nicht für die EM nominiert worden war, konnte der 22-Jährige seine bisherige Leistung von 2,25 Metern nicht verbessern.
Eine schöne Rahmenaktion des Events war die Initiative „Sport Solidarity for Haiti“ von der monegassischen Organisation „Peace and Sport“ in Kooperation mit UNICEF. Die Initiative unterstützt das Olympische Komitee von Haiti in dem Versuch, Kindern und Jugendlichen nach den verheerenden Erdbeben Anfang des Jahres eine neue Perspektive zu bieten. Die in Notunterkünften lebenden Kinder sollen durch sportliche Aktivitäten und gezielte Förderung die traumatischen Erlebnisse des letzten Jahres verarbeiten und neue Ziele für sich finden. 140 Athleten unterschrieben für die Initiative ein VIP-Unterschriften-Buch, das „Peace and Sport“-Gründer Joel Bouzou persönlich dem Haitianischen Minister für Sport und Soziales Evans Lescouflair überreichen wird. Bouzou freut sich, dieses Buch den Jugenlichen von Haiti bringen zu können. Es sei voller Ermunterungen und hoffnungsfroher Botschaften ihrer großen sportlichen Idole.
LS
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