28.12.2011 0
Sport: Russischer Milliardär übernimmt Mehrheit des AS Monaco
100 Millionen Euro als Weihnachtsgeschenk
Derzeit ist der ASM letzter der zweiten französischen Liga, nachdem er erst im Sommer aus der Ligue 1 abgestiegen war.
Wie es in der offiziellen Mitteilung des Vereins weiter heißt, wird die eigens gegründete Investmentgesellschaft Monaco Sport Invest (MSI) zwei Drittel der Anteile des AS Monaco übernehmen, das übrige Drittel verbleibt beim Verein. Dimitry Rybolovlev, Mehrheitseigentümer und Vorstandsvorsitzender des größten russischen Kalidünger-Herstellers Uralkali, wird in der aktuellen Forbes-Liste der reichsten Menschen mit einem geschätzten Vermögen von etwa sieben Milliarden Euro an 93. Stelle geführt.
Rybolovlev, laut eigener Aussage ein «eingefleischter Fußballfan», hat seit längerem einen Wohnsitz in Monaco und verfügt über persönliche Kontakte zu Fürst Albert II., ebenfalls ein eingefleischter Fan – des AS Monaco. Der Fürst, der bei der nun geglückten Übernahme eine wesentliche Rolle gespielt haben dürfte, zeigte sich nach der Einigung mehr als zufrieden und sprach gar davon, dass für den ASM nun «eine neue Epoche seiner Geschichte» anbreche. Es sei selbst für große Klubs eine Herausforderung des modernen Fußballgeschäfts, als Garantie ihrer sportlichen Entwicklung finanzstarke Investoren zu finden. Er hoffe, so Albert II. weiter, dass der Verein «Schritt für Schritt zu seiner alten Stärke zurückfindet, die ihn in der Vergangenheit zu einem sportlichen Aushängeschild des Fürstentums gemacht hat».
Dimitry Rybolovlev betonte, für ihn sei die Übernahme des AS Monaco «mehr als ein einfacher Firmenkauf». Er wünsche sich, dass der Verein, «eines der wichtigsten Symbole des Fürstentums», bald wieder sein volles Potenzial ausschöpfen werde. Offenbar will der russische «Düngerkönig» nicht nur Geld, sondern auch Zeit in den AS Monaco investieren: Er ließ sich zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats wählen. Dem neu installierten Gremium gehört auch der bisherige Klubpräsident Etienne Franzi an. Seine Aufgabe wird es sein, dafür zu sorgen, dass das Fürstentum ein Minimum an Einfluss auf die Geschicke des Klubs bewahrt. Denn der AS Monaco wäre nicht der erste Profiverein, der eine vermeintlich goldene Zukunft mit dem Verkauf seiner Identität teuer bezahlen muss.
Peter Hacker
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