24.11.2009 0

Sport: Fußballstar eröffnet 2010 ein Futsal-Zentrum

Zidane lässt Aix jubeln

Marseille weint und Aix-en-Provence jubelt. Fußballstar Zinédine Zidane will in der ehemaligen Hauptstadt der Provence und nicht in seiner Heimatstadt ein Freizeitzentrum mit Plätzen für den Hallensport Futsal eröffnen. Futsal ist zwar noch nicht in Deutschland, aber in Latein-amerika oder Spanien auf dem Weg, zum Massensport zu avancieren. Der internationale Fußballverband Fifa hat die Ballsportvariante mit fünf Spielern in einer Mannschaft, die zweimal 20 Minuten gegeneinander antreten, offiziell anerkannt.

Kein Sportzentrum für Zidanes Problemviertel
Wie auf dem großen Spielfeld ist Brasilien das Maß aller Dinge. Die Südamerikaner haben nicht nur die erste Weltmeisterschaft 1989, sondern auch die letzte Ausgabe 2008 gegen ihren europäischen Kronprinzen Spanien gewonnen.

Der einstige Weltfußballer Zinédine Zidane, der seine aktive Karriere nach dem Kopfstoß gegen Italiens Marco Materazzi im WM-Finale von Berlin 2006 mit einer roten Karte beendete, hat zwar nie für Olympique Marseille gespielt, aber seiner Heimatstadt auch von seiner letzten Karriere-Station bei Real Madrid immer die Treue gehalten.

Erst 2008 weihte der Kicker, der mit seinen beiden Toren gegen Brasilien im Finale 1998 die erste Weltmeisterschaft für Frankreich sicherte, im Castellane-Viertel ein Sportzentrum ein.

Dort, in einem Problemviertel von Marseille, ist Zidane aufgewachsen, hier wollte er sein Freizeitzentrum bauen.
Doch Marseille hat es nicht geschafft, dem berühmten Sohn der Stadt ein geeignetes Grundstück zu verkaufen. Aix-en-Provence mit seiner Fußballmannschaft, die seit Jahren nur in den untersten Ligen kickt, hat im Süden zwischen Les Milles und Luynes die richtige Immobilie aus dem Hut gezaubert, damit das Zentrum mit Futsal-Plätzen, Restaurant und Fitnessräumen bis spätestens Juni 2010 fertig ist.

Kommerz wichtiger als Sozialarbeit?
Richard Miron, der für Sport zuständige Stadtrat von Marseille, klagte, Zinédine Zidane setze mit seinem Projekt eher auf Kommerz als auf Sozialarbeit, holte sich aber sofort eine Abfuhr vom Fußballer. Marseille habe in den letzten zwei Jahren nicht korrekt gearbeitet, sagte Zidane der Tageszeitung «La Provence» und nimmt bei seiner Kritik am Rathaus der Heimatstadt ausdrücklich Bürgermeister Jean-Claude Gaudin aus der Schusslinie.

peb

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