21.02.2012 0

Thema Schule: Eine Absolventin der International School of Nice schildert ihre Erfahrungen im Gespräch mit der RCZ

Besser, weil international?

Sind internationale Schulen wirklich so gut, wie ihr Ruf häufig verspricht? Anna Karina Neeteson (24) hat vor sechs Jahren ihren Abschluss an der International School of Nice gemacht und studierte danach unter anderem Politikwissenschaften. Heute arbeitet die Deutsch-Niederländerin für eine kleine, karitative Londoner Ideenfabrik.

Gebäude der ISN in Nizza
Gebäude der ISN in Nizza

Wie beurteilen Sie rückwirkend Ihren Besuch der International School of Nice?
Ich denke, dass ich sehr viel Glück hatte, eine solche Ausbildung erhalten zu dürfen. Vielleicht liegt es an der geringen Größe der Schule, dass dort ein ganz familiärer und freundlicher Umgang miteinander herrscht – außerdem sind die Lehrer extrem talentiert und hilfsbereit: Sie gehen wirklich auf in ihrer Rolle als Erzieher und Betreuer. Durch sie habe ich gelernt, mir eine selbstständige und kritische Meinung zu bilden.

Sie haben für Amnesty International und andere NGOs gearbeitet und sind nun in London bei einer Ideenschmiede beschäftigt. Wohin soll Ihr Weg noch führen?

Mein Traum ist es, eines Tages ein eigenes Unternehmen mit Fokus auf nachhaltige Entwicklung zu gründen.

Inwieweit haben Sie Ihre Sprachkenntnisse an der ISN von Nizza ausbauen können?
Natürlich konnte ich wegen des komplett auf Englisch abgehaltenen Unterrichts meine Kenntnisse in dieser Sprache perfektionieren. Darüber hinaus ist mein Französisch auf einem sehr hohen Niveau, eine Fremdsprache ist zum Erlangen der Hochschulreife Voraussetzung. Überdies befanden sich in meiner Klasse recht viele Französisch-Muttersprachler, mit denen man ja außerhalb des Unterrichts täglich Kontakt hatte. Nur mein Deutsch ist während der Zeit vielleicht ein bisschen zu kurz gekommen.

Wie kamen Ihre Eltern auf die Idee, Sie auf die ISN zu schicken?

Meine Familie zog, als mein Bruder und ich klein waren, öfter um. Deshalb entschieden sich meine Eltern dafür, uns möglichst früh auf eine internationale Schule zu schicken, um so unsere Ausbildung nicht ständig unterbrechen zu müssen. Als wir nach Nizza kamen, sahen  wir uns sowohl die ISN als auch das Centre International de Valbonne an. Beide entschieden wir uns für die ISN, weil uns die herzliche Atmosphäre und die Freundlichkeit der Lehrer gefielen.

Was für Erfahrungen haben Ihre Mitschüler gemacht?

Viele von ihnen haben hervorragende Abschlüsse erzielt und an Universitäten in aller Welt studiert.  

Wie hat sich Ihre Persönlichkeit auf der Schule entwickelt?
Ich bin überzeugt, dass der Besuch internationaler Schulen – insbesondere der ISN – Schülern in der heutigen globa-lisierten Zeit einen Vorteil verschafft.

Man wird einfach offener für die Welt und anpassungsfähig für neue Umgebungen, auch die internationale Kommunikation spielt eine Rolle. Die ISN bringt Schülern vor allem Werte wie Neugier, Akzeptanz und kritisches Denken bei. Meinen Charakter hat dies entscheidend geprägt, und dafür bin ich sehr dankbar.

Das Gespräch führte: Christina Makalo

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