06.11.2010 0
Thema: Integration. Andrea Menzel: «Das Wichtigste an der Integration ist die Bereitschaft»
Glücklich als Europäerin
«Natürlich hat es sehr geholfen, dass ich die Sprache beherrschte», sagt sie. «Aber auch, dass ich mich beruflich wie privat dem hiesigen Rhythmus angepasst habe und auf Menschen zugegangen bin.»
Nebenbei machte sie noch eine Ausbildung als Bootsbau-Schiffstechnikerin, was ihr weit mehr Spaß machte als die Büroarbeit. Sie fand eine Menge neuer Freunde, mit denen sie die Leidenschaft für Schiffe und das Meer teilte.
Als sie eine Zeitlang in Italien lebte, paukte sie als erstes Italienisch. «Wenn mir die Worte fehlten, redete ich mit Händen und Füßen», sagt sie. «Auch wenn es am Anfang sehr holprig war – allein der Versuch wurde honoriert und die Türen standen mir offen.» Heute spricht die gebürtige Wuppertalerin vier Sprachen, Französisch mittlerweile fast besser als Deutsch.
Die 50-Jährige hat nicht vor, jemals wieder in ihre Heimatstadt zurückzukehren. Sie hat keine Wurzeln mehr in Deutschland, fühlt sich aber auch nicht als Französin – sondern als Europäerin.
Die Single-Frau findet: «Das Wichtigste an der Integration – egal in welchem Land – ist die eigene Bereitschaft dazu. Dass man sich verständigen kann, sich an Recht und Ordnung hält und niemals den Menschen des Gastlandes seine persönliche Lebensweise, seine Kultur oder Religion aufnötigt.»
In einem Punkt allerdings drängt sie ihre Meinung durchaus ihren Mitmenschen auf, und dann geht auch schon mal das Temperament mit ihr durch: beim Thema Natur- und Tierschutz. «Hier herrscht in Frankreich akuter Handlungsbedarf.»
Andrea Menzel handelt und konnte bereits einige Erfolge verbuchen. Darauf ist sie mächtig stolz.
Hannelore Salinger
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