11.10.2011 0

Wirtschaft: Eurecom-Studenten erhalten BMW-Testwagen

Entwickler aus München und Sophia-Antipolis funken auf der gleichen Welle

In der TV-Kultserie „Knight Rider“ war Kitt das perfekte Auto. Es konnte sehen, sprechen und sogar alleine fahren. Kitt dachte mit und beschützte seinen Fahrer, den David Hasselhof darstellte. Anfang der 1980er-Jahre war Kitt das Auto der Zukunft – heute ist es schon fast Realität!

das Testfahrzeug
Eurecom-Studenten aus Sophia-Antipolis erhielten diesen BMW als Testfahrzeug für ihre Entwicklungen. Foto: Eurecom

Autos haben Bordcomputer, erkennen den Handyanschluss, parken auf Sprachsteuerung ein; High-tech gehört heute zum Fahrzeug wie der Außenspiegel. Für die Automobilhersteller von BMW ist die optimale Verständigung und eine bessere Sicherheit ein Hauptschwerpunkt. Unterstützt werden sie bei der Forschung unter anderem von den Mitarbeitern des Instituts EURECOM im Technologiezentrum Sophia-Antipolis (Alpes-Maritimes).

Ein Schwerpunkt sind dabei neue digitale Funkstandards. Die Münchner Experten und das Institut mit Sitz an der Côte d’Azur erschließen bereits seit 2006 immer neue Wege bei intelligenten Informations- und Kommunikationstechnologien. Es geht um optimale Verbesserung von Handyverbindungen, Unterhaltung, Navigations- oder Frühwarnsystemen.

Ein wichtiger Hintergrund der Forschung: In heutiger Zeit sind wir mit einer stetig wachsenden Zahl an neuen Funkstandards konfrontiert – ob beim digitalen Radio oder dem Mobilfunk. Unterschiedliche Länder haben dazu verschiedene digitale Standards oder Funkfrequenzen etabliert. Für die Fahrzeugarchitektur bedeutet dies eine große Anzahl unterschiedlicher Varianten an Steuergeräten und länderabhängigen Sonderausstattungen. Außerdem ist der Bereich digitaler Funkstandards sehr schnelllebig. Beinahe alle zwei Jahre gibt es eine neue, verbesserte Generation. Autos aber leben normalerweise viel länger.

Das Ziel der Entwickler aus Sophia und München ist es daher, Autofahrern die Vorteile aller zusätzlichen Funktionen und Services sofort im Fahrzeug nutzbar zu machen. So entwickeln sie ein einziges Steuergerät, das für alle Funkstandards geeignet ist. In dem Forschungsprojekt „Programmable Telematics On-Board Radio (PROTON-PLATA)“ stellt das so genannte „Software Defined Radio (SDR)“ eine Schlüsseltechnologie dar, um zukünftig die Variantenvielfalt bei Steuergeräten anhand einer flexibel programmierbaren Hardware-Plattform deutlich zu reduzieren. Außerdem besteht die Möglichkeit, neue Funkstandards schneller in die Fahrzeuge zu bringen.

„Die Nutzung von SDR ist eine attraktive Lösung, die den Vorteil bringt, dem Autofahrer stets aktuelle Funkstandards durch einfache Software-Updates – ganz ohne Werkstattaufenthalt – schnell und kostengünstig zur Verfügung stellen zu können“, so Dr. Peter Fertl, PROTON-PLATA-Projektleiter bei den Münchner Forschern.

Als Zeichen der Bedeutung der Kooperation spendete nun die BMW Forschung und Technik GmbH dem französischen Institut EURECOM ein BMW X5-Forschungsfahrzeug. An diesem Fahrzeug, haben in den letzten Jahren beide Seiten intensiv gearbeitet. «Nun möchten wir es dem Institut EURECOM für weitere Forschungsaktivitäten überlassen“, sagte Professor Dr. Raymond Freymann, Geschäftsführer der BMW Forschung und Technik GmbH, bei einem Meeting in Cannes.

Diese Kooperation ist für beide Seiten von Vorteil. Unternehmen wünschen sich neue Impulse von den Jungakademikern und können Talente bereits frühzeitig an sich binden. Die Studenten und Doktoranden haben hingegen die Möglichkeit, Praxiserfahrung zu sammeln und Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern zu knüpfen.

Ira Söhnge 

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