04.01.2012 0
Wirtschaft: Nach monatelangen Diskussionen hat das Verfassungsgericht letzte Woche der Süßgetränke-Abgabe den Weg geebnet. Per 1. Januar werden Limonaden und Fruchtsäfte bis zu 40 Prozent teurer
Frankreich hat Soda-Steuer eingeführt
Das französische Verfassungsgericht hat am vergangenen Mittwoch die Erhebung der Ende August angekündigten Soda-Steuer genehmigt. Die neue Abgabe ist zum 1. Januar in Kraft getreten und beläuft sich auf 7,16 Euro pro Hektoliter, was eine 1,5 Liter Flasche um etwa 11 Centimes verteuert. Davon betroffen sind alle mit Zucker oder Süßstoff angereicherten Getränke wie Limonaden (auch „light“), Fruchtsäfte mit Zuckerzusatz, Nektars und aromatisierte Milchgetränke.
Dagegen haben nicht nur Getränkehersteller (allen voran die Marktführer Coca-Cola und Orangina Schweppes) vehement protestiert (siehe Artikel), auch 60 oppositionelle Sozialisten argumentierten, die Abgabe diene in Wahrheit nicht dem Kampf gegen die Fettleibigkeit, sondern solle das Staatsdefizit verringern. Sie reichten Beschwerde beim französischen Verfassungsgericht ein. Doch alle Lobbyarbeit und Beschwerden nutzten nichts, die Klage wurde am 28. Dezember abgewiesen und die Steuer per 1. Januar eingeführt.
Die betroffenen Herstellerfirmen haben bereits angekündigt, die Extrakosten über den Preis an den Verbraucher weiterzugeben. Wie Emmanuel Vasseneix, Präsident des Fruchtsaftverbandes in dem Fachforum Aagro-media.fr mitteilte, ist es insbesondere für kleinere Unternehmen eine Frage des Überlebens. Die Getränkefabrikanten sind bereits von Preiserhöhungen für Kunststoff, Früchte und Zucker betroffen. Der Preisanstieg für das Endprodukt Fruchtsaft oder Limonade kann daher von 10 bis 40 Prozent betragen. So kündigte der Geschäftsführer vom Erfrischungstränkehersteller Refresco, Vincent Delozière gegenüber der Zeitung „La Tribune“ an, die Preise ab 1. Januar um 25 Prozent für Fruchtsäfte und 35 Prozent für Limonaden zu erhöhen.
SSE
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