25.05.2010 0

Wirtschaft: Der Flughafen Nizza bietet mehr als 100 Ziele an, während in Cannes-Mandelieu ein neuer Hangar eröffnet wurde

Hoffnung auf Höhenflüge

Nizza macht keine Ausnahme. Wie überall auf der Welt sind die Passagierzahlen im Jahr 2009 eingebrochen, und Hervé de Place, der Chef der Flughäfen an der Côte d’Azur, macht sich für 2010 keine Illusionen. Nach den Zahlen für das erste Trimester bleibt der Rekord der Jahre 2007 und 2008 mit über zehn Millionen Passagieren unerreicht, aber es gibt Hoffnung auf einen neuen Höhenflug in den Jahren 2011 und 2012.

Hangar Cannes-Mandelieu
Dieser neue, rund 2,8 Millionen Euro teure Hangar für Leichtflugzeuge wurde kürzlich am Flughafen Cannes-Mandelieu eingeweiht.

Streiks und schlechtes Wetter haben die Bilanz in den ersten drei Monaten an der Côte d’Azur verhagelt. Ein erneutes Minus von 4,6 Prozent innerhalb von Frankreich und ein Minus von 3,1 Prozent im Auslandsverkehr stimmen Hervé de Place zurückhaltend. Aber der Flughafen direkt am Meer bleibt für die Fluggesellschaften attraktiv. Diesen Sommer eröffnen die deutschen Unternehmen Germanwings und Air Berlin neue Linienflüge von Nizza nach Hannover oder Nürnberg. Zum ersten Mal auf dem Flugplan erscheinen Firmen aus Estland, den Kapverden oder Rumänien, die künftig die Côte d’Azur regelmäßig bedienen wollen.

Solange der geplante Hochgeschwindigkeitszug LGV noch nicht Paris mit Nizza verbindet, ist die französische Hauptstadt weiter Ziel Nummer eins an der Côte d’Azur. Air France schickt seine Flugzeuge allein 178 mal pro Woche von hier entweder nach Orly oder nach Roissy, Easyjet bringt es wöchentlich auf 50 Flüge zu den beiden Flughäfen von Paris.

Deutschland ist vom Mittelmeer über den Flieger keine zwei Stunden entfernt. Den Löwenanteil der Verbindungen sichert nach wie vor die Lufthansa, die München 34-mal pro Woche und Frankfurt 28-mal pro Woche ansteuert, gefolgt von Düsseldorf und Hamburg. Die Low-Cost-Linien wie Easyjet, Germanwings oder Air Berlin verbinden Nizza höchstens einmal am Tag mit Berlin, Köln, Düsseldorf, Hamburg, Stuttgart oder eben jetzt neu Hannover und Nürnberg.

Hinter Großbritannien mit London, das von British Airways oder Easyjet von Nizza aus über hundertmal pro Woche angeflogen wird, gehören Österreich und die Schweiz weiter zu den beliebtesten Zielen der Fluggäste an der Côte d’Azur.

Und Nizza ist stolz darauf, außer Paris als einzige regionale Plattform in Frankreich eine tägliche Verbindung nach New York und nach Dubai anzubieten.

Interkontinentalflüge bleiben trotzdem die Ausnahme an der Côte: Direkt ist von Nizza aus nur der Maghreb – also Algerien, Marokko und Tunesien – in Afrika zu erreichen, für Ausflüge nach Asien oder Lateinamerika ist der Umweg über Paris zwingend notwendig.

Eine ganz andere Kundschaft im Auge hat die zweite Plattform der Flughäfen an der Côte d’Azur in Cannes-Mandelieu. Ende März hat Hervé de Place den neuen, rund 2,8 Millionen Euro teuren Hangar für Leichtflugzeuge eingeweiht: «Wir reagieren damit auf die starke Nachfrage unserer Kunden.» Denn Cannes ist die Alternative zu Nizza für Geschäftsleute, die im kleinen Jet oder im Hubschrauber zu den Messen und Events an der Croisette einschweben.

Natürlich ist auch Cannes nicht von der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise verschont geblieben. Nur ein Beispiel: Bei der Immobilienmesse Mipim (siehe RCZ April 2010) im Jahr 2009 hat der Flughafen in Mandelieu allein 250 Flüge weniger als im Vorjahr verzeichnet. Aber auch in Cannes gibt es Hoffnung auf neue Höhenflüge: Der Luxustourismus ist selbst im Krisenjahr nur um einstellige Prozentzahlen eingebrochen.   Peter Bausch

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