01.02.2010 0
Kolumne: So seh ich’s von meiner Terrasse im 26. Stock
Fantasie-Insel «Monaco 2»
Dicht an die Rippen des Heizkörpers geschmiegt, las ich «Limit», den neuen Science-Fiction-Roman von Frank Schätzing (turmhoch auf den Bestsellerlisten). Der spielt im Jahr 2030 auf einem 37 600 Kilometer hoch in den Weltraum ragenden Turm (ich bin vielleicht ein Turm-Fetischist). Unter den Architekten, Astronauten, Ingenieuren und Investoren, die sich dort tummeln, erscheint plötzlich einer, der – wer hätte das gedacht – ein neues Monaco baut.
Hier das Originalzitat (leicht bearbeitet, zwecks Platzeinsparung). Auf die Frage «Wozu braucht man ein zweites Monaco?» erläutert der Turmbauer:
«Weil das erste aus den Nähten platzt. Die Monegassen stapeln sich die Alpen hoch, also haben Albert und ich in unserem Jules Verne geblättert. Schon mal von der Propellerinsel gehört ...? Ein schwimmender moderner Stadtstaat, mit Bergen drauf und Küsten, einer putzigen Hauptstadt (mit Hochhäusern), einem Weinkeller für den alten Ernst August. Nur halt künstlich ... Man kann (das existierende) Monaco nicht endlos erweitern, auch nicht mit vorgelagerten Inseln, also werden wir ein zweites bauen, das durch die Südsee kreuzt ...»
Putzig, nicht wahr? Und was lernen wir daraus?
Erstens: Unseres Fürsten Albert Erweiterungspläne inspirieren sogar Science-Fiction-Autoren.
Zweitens: Unser Monaco hat auch in ferner Zukunft eine spektakuläre Zukunft (sogar eine doppelte).
Drittens: Bei eventuell doch ausbleibender Global-Erwärmung beziehe ich meinen Ausguckposten auf einer Hochhausterrasse der durch die Südsee kreuzenden Propellerinsel Monaco 2 ...
Rolf Palm
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