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 13.05.2008 
 

 
 

 


 

Quallen-Alarm an der Côte d'Azur?

Experten befürchten Anstieg der Population im Mittelmeer

Steht der Côte d'Azur ein Quallenjahr bevor? Zahlreiche Medusen wurden in diesem Frühjahr bereits an den Küsten der Alpes-Maritimes und des Var gesichtet.

«Normalerweise kehren Quallen in einem Zyklus von zwölf Jahren wieder, plus oder minus zwei Jahre», so Franck Prejger, Biologe des Ozeanographischen Instituts in Villefranche-sur-Mer (Alpes-Maritimes). «Im Moment deuten allerdings alle Anzeichen daraufhin, dass die Gesamt-Population der Quallen stetig steigt.»

Gründe dafür seien zum einen die Überfischung, zum anderen die Klimaerwärmung. Die Überfischung zerstöre die natürlichen Zyklen, erklärt Prejger. «Da es immer weniger Fische gibt, gibt es immer mehr Plankton und davon ernähren sich die Quallen.» Im Interview mit der Tageszeitung Nice-Matin erklärt Professor Alexandre Meinesz von der Universität Nizza, was die Klimaerwärmung mit dem Populations-Anstieg der Quallen zu tun hat: «Wir hatten einen langen und nicht gerade kalten Winter. Dadurch steigt Tiefenwasser an die Meeresoberfläche. Dieses Tiefenwasser ist voll von Plankton – und somit auch von Quallen.»

Ob die Côte d'Azur mit einer regelrechten Quallenplage für die kommende Badesaison zu rechnen hat, bleibt jedoch abzuwarten. «Man müsste schon Hellseher sein, um diese Frage zu beantworten», sagt der Universitäts-Professor. Dafür möchte das Ozeanographische Institut künftig rechtzeitig Quallen-Alarm schlagen: Ab diesem Sommer überwachen die Mitarbeiter mit dem Projekt «Cybel» die Entwicklung, um die Strandungsstellen der Medusen an den Küsten voraussagen zu können.

06.05.2008

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