09.03.2010 0

Provence & Côte d'Azur: Kommt es erneut zu Überschwemmungen?

Besorgnis über Hochwasserrisiko

Der schneereiche Winter in Südfrankreich bereitet der französischen Regierung und vielen Anwohnern von Flussläufen in den Departements Var und Alpes-Maritimes Sorgen. Das Flutdrama von Vendée und Charente-Maritime mit mehr als fünfzig Toten liegt gerade erst zehn Tage zurück und so fragen sich viele Anlieger: Wie sicher sind unsere Flussbetten? Was passiert bei einer Jahrhundertflut?

Schon im Herbst ließen Gewitter viele Flüsse über ihre Ufer treten und weckten bei den Bewohnern der Region Erinnerungen an das Hochwasser im November 1994. Damals stieg der Wasserpegel des Flusses Var in Folge übermäßiger Regenfälle in kürzester Zeit rapide an und verwüstete umliegende Wohngebiete. Eine Handvoll völlig überraschter Autofahrer fand sich plötzlich von den Wassermassen eingeschlossen.
Immer wieder kommt es zu Überschwemmungen und nach den Schneefällen dieses Winters fragen sich viele Anlieger, wie sicher sie im Fall eines erneuten Hochwassers sind. Welche Maßnahmen wurden unternommen, um die Flussbetten abzusichern und reichen diese, um sich sicher zu fühlen?

Auch die Regierung hat das Problem erkannt und geht es auf zwei Ebenen an. Zur allgemeinen Sicherung der gefährdeten Gebiete werden Deiche und Einfassungen gebaut. Rückhaltebecken sollen in Zukunft für weitere Entlastung der Flussbetten sorgen. Nun wurde überdies mit den PPRI (plans de prévention des risques inondation) ein neues Projekt auf den Weg gebracht, welches das Problem auch langfristig angehen will. Die PPRI sollen Neubebauungen in überschwemmungsgefährdeten Gebieten untersagen oder begrenzen. Denn "jeder Deich kann brechen und ein Nullrisiko kann in solchen Gebieten niemals erreicht werden", äußerte Wasserbauingenieur Forrest Holly, der sich als Mitglied einer Expertenkomission mit dem Fluss Var auseinandersetzt, gegenüber dem Var-matin.
Welche Gebiete besonders gefährdet sind, können Experten mithilfe eines Computermodells berechnen. Unter Einbeziehung verschiedener Faktoren wie Fließgeschwindigkeit oder Wasserpegel ist es ihnen möglich, den Ablauf und die Auswirkungen einer Flut zu simulieren und so zu bestimmen, für welche Ufergebiete Maßnahmen ergriffen werden müssen.

Siebzehn dieser Pläne wurden in der Var-Region bereits auf den Weg gebracht, für weitere Gebiete stehen sie in der Diskussion. Vor Einsetzen eines PPRI werden Umfragen unter den betroffenen Anwohnern durchgeführt und die Öffentlichkeit wird über den Plan unterrichtet. Informationen zu den PPRI sind frei zugänglich und liegen den lokalen Bebauungsplänen bei, sodass jeder Hauseigentümer oder Kaufinteressent überprüfen kann, ob sein Objekt in einem gefährdeten Gebiet liegt.

LS

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