22.01.2010 0
Themen: Erkunden Sie mit der Riviera Côte d'Azur Zeitung die schönsten Küstenspazierwege der Riviera!
Winter-Paradies für Strandläufer
Mancher Ligurienfan bedauert es, dass die schönen Strände der italienischen Riviera einen großen Teil des Jahres «zugebaut» sind – mit den typischen Umkleidekabinen der privaten Strandbäder. Aber nicht im Winter! Da offenbart die Küste ihre wahre Schönheit, denn die Strandbäder sind komplett abgebaut. Freie Sicht für Spaziergänger!
Bei milden Temperaturen herrschen jetzt ideale Bedingungen, um direkt am Wasser spazieren zu gehen. Auch für Herr und Hund, denn jetzt dürfen die Vierbeiner hier nach Herzenslust toben. Oder für Familien mit Kindern, die im Sand spielen und buddeln können.
Einen der schönsten Strände hat zweifellos Alassio. Jetzt erst sieht man, wie herrlich es hier am Meer ist – weiter Blick über die ganze Bucht, in alle Richtungen. Endlos kann man hier laufen, nie ist es überfüllt. Schon gar nicht, wenn es windig ist – da bleiben die Italiener lieber hinterm warmen Ofen, getreu dem Spruch, dass der Wind dem Menschen nur schadet, wie sie sagen: «Il vento fa male …»
Von der Palmenpromenade bis weit hinter den Yachthafen ist so ein Strandspaziergang ein echtes Vergnügen, immer mit Blick auf die Insel Gallinara. Und die prächtigen auslaufenden Schiffe und Segelboote verbreiten den Duft der großen weiten Welt.
Auf dem Rückweg empfiehlt sich ein Besuch in einem der Cafés in der Fußgängerzone oder direkt am Strand in einer kleinen Bar. Hier stellen die Wirte im Winter oft einfach ein paar Tische und Stühle in den Sand.
Ein wunderbarer Spaziergang ist auch der Küstenweg von Imperia-Oneglia nach Diano Marina über die sogenannte Incompiuta, die Unvollendete. Einstmals als Fahrstraße wegen Steinschlags gesperrt, doch von Spaziergängern und Radfahrern trotz Gittern und Eisensperren unverdrossen genutzt, ist sie inzwischen offiziell wieder eröffnet. Die Gemeinde hat viel in massive Befestigungsarbeiten an den gefährdeten Hängen investiert, sodass die Steinschlaggefahr gebannt wurde. Ein langer Spaziergang mit Blick auf pittoreske Felsformationen im Meer, auf denen sich kreischende Möwen neben Kormoranen tummeln.
Und wer’s noch nicht entdeckt hat: Gerade im Winter ist der neue Küsten-Radwanderweg auch ein Paradies für Spaziergänger! Zwischen San Lorenzo al Mare und Sanremo gibt es neben dem breiten Radweg nämlich eine eigene «Spur» für Fußgänger. Wer sich lieber aufs Rad schwingt: In San Lorenzo, Taggia und Sanremo können Sie überall Fahrräder mieten.
Noch Zukunftsmusik: Die längste Passegiata Liguriens soll in Finale Ligure entstehen. Von der Promenade wird sie einmal bis an den Strand von Varigotti, dem kleinen Ort mit den hübschen bunten, ausgebauten Fischerhäusern führen. Die Planung für diesen attraktiven Strandspazierweg steht in Verbindung mit dem Ausbau und der Verschönerung des Yachthafens von Finale Ligure, zu dem auch die Anlage einer Tiefgarage mit Platz für rund 100 Autos gehört. (RFR)
Antibes von seiner Schokoladenseite
Einen reizenderen Ort als das Cap d’Antibes kann man auf der Erde nicht finden», schwärmte einst der französische Schriftsteller Anatole France. Berühmtheiten wie Charles de Gaulle, Marlene Dietrich, Ernest Hemingway oder Francis Scott Key Fitzgerald konnten dem nur beipflichten. Früher oder später stiegen sie alle in der Villa Eilen Roc – noch heute eines der luxuriösesten Hotels der Welt – ab und ließen sich von der Schönheit des facettenreichen Landvorsprungs inspirieren.
Auf einem fast fünf Kilometer langen Rundweg, der am Plage de la Garoupe beginnt und das Kap fast umrundet, zeigt sich Antibes von seiner schönsten Seite.
Einem schmalen, teilweise gepflasterten Pfad folgend, wird man mit Blicken in alle Richtungen belohnt. Der malerische Sentier de Tirepoil führt an den prächtigen Parkanlagen der Schlösser La Garoupe und La Croé sowie den Anwesen der High Society entlang, während sich auf der linken Seite die azurblaue Baie des Anges auftut.
Wenn es das Wetter zulässt, erstrahlen im Hintergrund sogar die schneebedeckten Dreitausender des Massif Mercantour. Nach wenigen hundert Metern bestimmen gewaltige Felsen, die ins Meer abfallen, das Landschaftsbild. Dort hält der Rundgang auch einige anspruchsvolle, weil enge und unebene, Streckenabschnitte bereit. Vom Duft des Meeres und der mediterranen Küstenvegetation berauscht, passiert man viele kleine von der See gewaschene Buchten, die allzu gerne von Fischern und Sonnenanbetern bevölkert werden. Für eine kleine Picknick-Pause wäre jetzt die beste Gelegenheit. Die zahlreichen Felsblöcke bieten ausreichend Sitzmöglichkeiten. Von dort aus kann man wunderbar das Treiben der Segler und Schnorchler verfolgen, beobachten, wie sich die Wellen an den schroffen Klippen brechen und neue Kraft für den Rest der Strecke tanken. Nach etwa einer Stunde reiner Laufzeit findet man sich zwischen zwei hohen Mauern wieder.
Wer sich nach rechts auf den asphaltierten Weg begibt, kehrt innerhalb von 45 Minuten durch die charakteristischen Straßen des Villenviertels zurück zum Ausgangspunkt Plage de la Garoupe, wo genügend Parkplätze vorhanden sind.
Wem die Füße noch nicht schmerzen, empfiehlt sich noch ein kleiner Abstecher zur Villa Eilen Roc oder dem Leuchtturm de l’Ilette. (isö)
Weitere Strand- und Küstenwanderungen
LIGURIEN
- Genua: Im Stadtzentrum befindet sich der Corso Italia, dessen Villen aus der Jahrhundertwende als erste Adresse betuchter Bürger gelten und direkt auf das Meer blicken. Die eindrucksvoll in Felsen gehauene Uferpromenade Anita Garibaldi am östlichen Stadtrand zieht sich dagegen an den Klippen von Nervi entlang.
- Riviera Levante: Schöne Felsenwege befinden sich in San Michele di Pagana, einem östlichen Vorort von Santa Margherita, in Rapallo und in Zoagli. Nicht zu vergessen die Via dell’Amore in den Cinque Terre, ein Felsenweg, der von Manarola nach Riomaggiore führt. Im Winter lässt sich die einstige Abgeschiedenheit der fünf Dörfer noch nachspüren, die nur zu Fuß oder mit dem Boot zu erreichen waren.
COTE D'AZUR
- Saint-Jean-Cap-Ferrat: Auf dem sentier littoral kann man vorbei an romantischen kleinen Buchten und wilden Steilfelsen das Cap Ferrat an der Wasserkante umrunden.
- Ramatuelle: Der Strand von Pampelonne ist im Winter Natur pur. Wer gut zu Fuß ist, kann von Saint-Tropez bis nach La Croix-Valmer (Gigaro-Strand) laufen.
- Bormes-Les Mimosas: Die schönsten Strände sind Brégançon mit dem höher gelegenen gleichnamigen Fort (dem Sommersitz des französischen Staatspräsidenten) und großem Parkplatz.
- Am Plage d'Estagnol, etwa drei Kilometer westlich vom Brégançon-Strand, erwartet Sie Südseezauber! Weitere zwei Kilometer westlich liegt der Plage Pellegrin.
- Le Lavandou: Als schönste Strände gelten der Plage Saint-Clair und der Plage de Cavalière.
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