02.02.2010 0

Wirtschaft: Wegfall der Gewerbesteuer

Der Wirtschaftsstandort Frankreich soll attraktiver werden

Die Gewerbesteuer in Frankreich wurde schon seit Langem als wirtschaftsfeindlich kritisiert. Nun will Präsident Sarkozy mit tief greifenden Änderungen einen Anreiz zu weiteren Investitionen auf dem französischen Markt schaffen und die Wettbewerbsfähigkeit der bereits etablierten Unternehmen stärken.

Seit Januar ist die «taxe professionnelle» in ihrer bisherigen Form abgeschafft. Damit werden Unternehmen in diesem Jahr um rund 12,3 Milliarden Euro Steuerlast erleichtert. Ab 2011 sind es noch 6,3 Milliarden Euro pro Jahr. Zu den Gewinnern gehört die Industrie, Transport- und Dienstleistungsunternehmen sowie der Handel und das Baugewerbe. Lediglich für den Finanz- und Energiesektor gibt es keine Änderungen.

Eine völlige Befreiung ist es jedoch nicht. An die Stelle der bisherigen Gewerbesteuer hat der französische Fiskus eine neue Abgabe, die «cotisation économique territoriale (CET)» treten lassen. Diese setzt sich aus zwei Teilen zusammen, einer lokalen Aktivitätsabgabe der«cotisation locale d'activité (CLA)» und einer Zusatzabgabe, die den erzeugten Mehrwert von Unternehmen betrifft («cotisation complémentaire – CC»).

Hierfür werden alle gewerbetreibenden Unternehmen mit einem Jahresumsatz ab 500 000 Euro (bisher lag die Grenze bei 7,6 Millionen Euro) zur Kasse gebeten. Der Mehrwert von Unternehmen wird mit einem progressiven Steuersatz von 0 bis 1,5 Prozent, abhängig vom Umsatz, besteuert. Der Maximalsteuersatz von 1,5 Prozent gilt ab einem Umsatz von 50 Millionen Euro.

Dennoch stellt die Reform eine Entlastung der Unternehmen dar, da der überwiegende Teil der bisherigen Gewerbesteuer wegfällt. So ist zum Beispiel der Teil der Gewerbesteuer ersatzlos gestrichen, der die Investitionen auf das bewegliche Anlagevermögen betrifft. Und um eine tatsächliche Entlastung zu gewährleisten, ist die CET auf drei Prozent des Mehrwertes begrenzt worden.

Einbußen für die Gemeinden?
Für die Kommunen macht die bisherige Gewerbesteuer einen nicht unerheblichen Anteil ihrer Steuereinnahmen aus. Der Wegfall der «taxe professionelle» bedeutet einen deutlichen Einschnitt in die Gemeindekassen. Deshalb hat sich die Regierung verpflichtet in 2010 einen vollen Ausgleich zu schaffen. Ab 2011 sollen die Gemeinden durch Umverteilungen und andere regionale Steuern ihre Kassen füllen. Wie genau das in der Praxis aussehen wird, ist zur Zeit noch ungewiss.          

SSE

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